Bildung ist ein grundlegendes Menschenrecht und spielt im Kampf gegen Armut eine zentrale Rolle. Die Dreikönigsaktion, das Hilfswerk der Katholischen Jungschar (DKA), unterstützt Bildungsprogramme für Kinder, Jugendliche und Erwachsene aus marginalisierten Bevölkerungsgruppen. Der Schwerpunkt liegt dabei im non-formalen Bereich. Darüber hinaus sind innovative Bildungsansätze und die Frage der Bildungsgerechtigkeit wichtige Anliegen der DKA.

Bildung als Menschenrecht
Das Recht auf Bildung ist als Grundrecht in der UN-Menschenrechtscharta von 1948 verankert. Es ist die Verantwortung der Staaten und der internationalen Gemeinschaft, das Recht auf qualitätsvolle Bildung für Alle zu gewährleisten. Gute Bildung für Alle heißt im Verständnis der DKA, Bildung darf nicht zu sozialem Ausschluss führen, sondern muss inklusiv sein. Die DKA setzt sich auf lokaler, nationaler und internationaler Ebene für das Recht auf qualitätsvolle Bildung ein.
Bildung als emanzipatorischer Prozess
Bildung, die die DKA fordert und fördert, schließt Bewusstseinsbildung mit ein und regt zu kritischer Auseinandersetzung mit der eigenen Identität und der Gesellschaft an. Bildung soll Menschen ermöglichen, ihre eigenen Standpunkte und Persönlichkeiten weiter zu entwickeln. Sie ermutigt dazu, sich zusammenzuschließen und sich gemeinsam für bessere Verhältnisse einzusetzen. Die DKA versteht Bildung in diesem Sinne als eine Chance zur Transformation jedes/r Einzelnen und der Gesellschaft als Ganzes.
Bildung als ganzheitlicher Prozess
Die DKA setzt sich für eine Bildung ein, die von einem ganzheitlichen Menschenbild ausgeht. Gefördert werden Bildungsprogramme mit ganzheitlichem Ansatz, die Lernenden in all ihren Dimensionen gerecht werden.
Bildung als Prozess des von- und miteinander Lernens
Die DKA versteht Bildung als einen sozialen Prozess; in Bildungsprozessen muss genügend Raum und Zeit für Dialog, Reflexion, Beteiligung und Mitbestimmung eingeplant werden. Unterstützt wird eine Bildung, die zu Gemeinschafts- und Identitätsbildungsprozessen beiträgt.
Bildung als Lernen im Kontext
Die DKA fördert Bildungsangebote, die vom Kontext der Lernenden ausgehen und das Lebensumfeld der Menschen berücksichtigen. Bei Bildungsprogrammen sind daher nicht nur die lokale Sprache und angepasste Materialien wichtig, sondern auch die Einbeziehung und kritische Auseinandersetzung mit lokalem Wissen und kulturellen Traditionen. Die DKA fördert eine Bildung, die in diesem Sinne zur Identitätsbildung und -stärkung beiträgt.
Bildung als Beitrag zu einer Kultur des Friedens und der Gewaltfreiheit
Bildungsprogramme sollen zur Überwindung von Vorurteilen und Feindbildern beitragen, Dialogräume öffnen, Toleranz und interkulturelle Kompetenz vermitteln. So kann ein konstruktiver Umgang mit Diversität gelernt, Diskriminierung abgebaut und Versöhnung möglich werden.
Persönlichkeitsentwicklung von Kindern und Jugendlichen
Die DKA fördert Programme für Kinder und Jugendliche, die Raum und Möglichkeiten bieten, sich zu treffen, zu verschiedenen Themen auszutauschen, gemeinsam Zeit zu verbringen und in denen sie in ihrer Persönlichkeitsentwicklung kompetent begleitet werden.
Erwachsenenbildung
Die DKA unterstützt Bildungsprogramme für Erwachsene, die zu Persönlichkeitsentwicklung und einer Verbesserung der Lebenssituation beitragen. Bildungsangebote sollen Rechtsbewusstsein schaffen und Mitbestimmung fördern. Die verschiedenen Themen und Inhalte müssen sich an den konkreten Bedürfnissen und Wünschen der Zielgruppen ausrichten.
Bereich Schule
Die DKA fördert im schulischen Bereich Maßnahmen, die einerseits zu einer Verbesserung der Qualität von formalen Bildungsangeboten beitragen (beispielsweise spezielle Fortbildungen, geeignetes, kontextuell angepasstes Bildungsmaterial, Weiterentwicklung von Curricula). Zum anderen wird ein besserer Zugang zu Bildung, insbesondere von marginalisierten Gruppen (z.B. durch Brückenkurse, Nachhilfekurse, Stipendienprogramme etc.) unterstützt.
Alternative Bildungsansätze, Bildungszentren und Forschung
Die DKA fördert innovative Bildungsansätze und pädagogische Konzepte, die neue Wege des Lernens entwickeln und ausprobieren. Unterstützt werden Bildungs- und Forschungszentren, die im Sinne der „Option für die Armen“ arbeiten und eine enge Verbindung von Wissenschaft und Praxis anstreben.
Berufliche Aus- und Weiterbildung
Die DKA fördert Bildungsprogramme zur beruflichen Aus- und Weiterbildung von marginalisierten Bevölkerungsgruppen. Eine Orientierung am nationalen und lokalen Kontext und Arbeitsmarkt ist uns bei solchen Programmen wichtig. Außerdem sollten sie eine bewusstseinsbildende Komponente der Persönlichkeitsbildung beinhalten (Vermittlung von sozialen Werten, politischer Partizipation, Arbeitsrechte etc.).
Gemeinsames Lernen, Vernetzung und Begegnung
Die DKA fördert Begegnungsmöglichkeiten zwischen Menschen aus dem globalen Süden und Norden, aber auch den Austausch zwischen Ländern des globalen Südens. Eine gute Begleitung dieser interkulturellen, gemeinsamen Bildungsprozesse ist dabei wichtig.
Friedensarbeit und Gewaltfreiheit
Die DKA fördert Initiativen, die sich für Versöhnung und die friedliche Transformation von gewaltvollen Konflikten einsetzen. Unterstützt werden Bildungsprozesse, die Gewalt und Gewaltprävention zum Thema machen und Perspektiven zu gewaltfreiem Handeln eröffnen.
Initiativen für Bildungsgerechtigkeit
Die DKA setzt sich für einen allgemeinen freien Zugang zu qualitativer Bildung ein und fördert Initiativen, die sich auf lokaler, nationaler oder internationaler Ebene für mehr Bildungsgerechtigkeit engagieren. Die DKA unterstützt dahingehende Vernetzungs- und Lobbyaktivitäten in Süd und Nord.