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Walk the Talk - Auf Worte Taten folgen lassen

Projektpartner  Christoper Funes, von der philippinischen Organisation  CYASF im Interview über die Auswirkungen des Klimawandels und das erforderliche Engagement dagegen.


Was sind die Hauptauswirkungen des Klimawandels auf deine Region? 

Die immer extremeren  Wetterkapriolen sind ein deutliches Zeichen, dass der Klimawandel längst Realität ist. Die natürliche Abfolge der Jahreszeiten und somit auch die Niederschläge haben sich deutlich verändert. Auf der einen Seite leidet unsere Region unter immer  intensiveren Tropenstürmen  verbunden mit starken Überflutungen. Auf der anderen Seite haben wir immer längere Trockenzeiten, die auch zu einer Erhöhung der Wassertemperatur führen. Unsere Ernten bleiben aus, die Fische sterben, es kommt zu Waldbränden und wir beobachten auch ein  Ansteigen von Krankheiten bei Pflanzen.


Was sind die Hauptherausforderungen in Bezug auf die Umwelt und wie geht ihr damit um?

Der Klimawandel ist aus unserer Sicht nicht mehr aufzuhalten. Wir müssen uns an die  veränderten Bedingungen  anpassen. In unserer Region gibt es viele kleine, lokale, vereinzelte Initiativen, die sich mit Umweltfragen beschäftigen. Die Hauptherausforderung ist diese einzelnen Initiativen zusammenzubringen, sodass sie eine stärkere Stimme und weitergehende Aktionen setzen können.
Zu wenig Information über Umweltprobleme und –zusammenhänge  führt auch dazu, dass in den Gemeinden zu wenig getan wird. Deshalb konzentrieren wir uns derzeit auf eine ganzheitliche Umweltbewusstseinsbildung. Unser Programm umfasst die Entwicklung von gemeinsamen Baumschulen, Baumpflanz-Aktivitäten, Fluss- und See-Putzaktionen und die Verbesserung der Fluss- und Seewasserqualität durch den Einsatz von Mikroorganismen, Entwicklung von Komposteinrichtungen und Müll/Materialentsorgungsmöglichkeiten in den Gemeinden. Wir fördern nachhaltige Technologien und Ideen um  die Natur wieder in Balance zu bringen mit Hilfe von biologischer, naturnaher  Landwirtschaft.


Warum engagierst du dich für CYASF? 

Die Arbeit mit Jugendlichen für eine gesunde, nachhaltige Umwelt ist meine Leidenschaft. Ich habe dieses Programm mitaufgebaut und jetzt gebe ich alles, was ich gelernt habe, an die Jugendlichen weiter. Ich zeige ihnen, wie sie eine Pflanz- und Baumschule anlegen können, wie sie das Saatgut sammeln, wie sie auf Bäume achten sollen und wie sie davon profitieren können. Aus dem was sie für Müll halten, machen wir biologische Düngemittel und legen in den eigenen Hinterhöfen Gemüsegärten an, sodass alle über frisches Gemüse direkt zu hause verfügen können.
Ich denke mir immer, wer wenn nicht ich, wer wird etwas ändern? Wenn nicht jetzt, wann? Wenn ich jetzt die Möglichkeit habe, dann mache ich’s gleich – wer weiß ob ich später noch Zeit dafür habe…
Unser Programm ist eine soziale Investition für die ganze Provinz. Wir fördern junge Menschen, die dazu beitragen bioregionale Gemeinden zu entwickeln. Unser Ziel ist es, dass die jetzt geförderten Jugendlichen die Führungspersonen der Zukunft für unser Programm in den Regionen werden.
In ihren Herzen ist die Achtung und Liebe zur Erhaltung des Lebens, der Natur und Umwelt verankert. Jetzt ist es Zeit etwas zu tun und beizutragen zu einer nachhaltigen Zukunft.


Was meinst du, wie können wir eine ausgewogenere, gerechtere und nachhaltigere Welt schaffen?

Indem wir einen einfachen Lebensstil fördern und ein sinnvolles Leben für alle schaffen. Zunächst müssen wir unsere innere Ökologie heilen, bevor wir uns der Äußeren widmen können. Jede/r muss bei sich selbst anfangen, sich selbst zu lieben, weniger zu konsumieren, zufrieden zu sein mit dem was ich habe, das tun was ich predige. Walk the Talk – auf Worte Taten folgen lassen, denn wenn du das nicht tust, glaubt dir keiner! Zusammen können wir ein sinnvolles Leben und eine nachhaltige Entwicklung schaffen, die verwurzelt ist in der Spiritualität und dem Reichtum der Kultur und Natur. Deshalb gefällt mir eure Idee von einfach leben! sehr gut – und ich wünsch euch viel Mut und Kreativität dazu.


Zur Person: 
Christopher L. Funes (34), verheiratet und Vater eines Kindes. ‚Tupe‘ ist Künstler, Dichter und Para-community-teacher. Derzeit arbeitet er für das Sozialentwicklungsprogramm des Asian Social Institutes. Er arbeitet als Gemeinwesenentwickler in den Partnergemeinden des ASI. Das Cocreating Sustainable Bioregional Communities-Programm ist eine integrale Antwort auf die immer größer werdenden Herausforderungen unserer Zeit: Ansteigen der Armut, die kontinuierliche Ausbeutung der Umwelt und die sich immer steigernde, globale Erwärmung. CYASF ist auch Faisharepartnerprojekt. 

 

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