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Stärkung von Menschenrechten und Zivilgesellschaft

Die Dreikönigsaktion - Hilfswerk der Katholischen Jungschar unterstützt zivilgesellschaftliche Organisationen und Bewegungen, die sich zu Menschenrechten bekennen, im Interesse von Marginalisierten handeln und zu einer sozialeren, gerechteren und nachhaltigeren Welt beitragen. Eine zivile Gesellschaft ist letztendlich eine, in der die Menschenrechte für alle verwirklicht werden. Als kirchliches Hilfswerk unterstützen wir einerseits die Gemeinschaftsbildung auf lokaler Ebene und Projekte zur Befriedigung von menschlichen Grundbedürfnissen von Benachteiligten. Für die Entwicklung eines Gemeinwesens genauso bedeutend sind stärker politisch orientierte Projekte zur Förderung von Gerechtigkeit, Demokratie, Wohlstand und Nachhaltigkeit. In einer globalisierten Welt berücksichtigen wir hierbei auch die Wechselwirkungen zwischen dem Süden und Norden.  

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Wir setzen Zeichen

Kontextualisierung: Sehen – Urteilen – Handeln
Eine Stärkung von Zivilgesellschaften und Menschenrechten erfordert ein gutes Verständnis der religiösen, sozio-kulturellen, politischen, wirtschaftlichen und ökologischen Situation in den jeweiligen Ländern. Unsere Orientierung am Prinzip Sehen-Urteilen-Handeln verknüpft ein analytisches Verstehen verschiedener Länderkontexte mit Fragen der Gerechtigkeit, Freiheit und Solidarität sowie der zivilgesellschaftlichen Praxis von Organisationen.

Option für die Armen und Empowerment
Unser Handeln steht für eine „Option für die Armen“ und somit für Solidarität und Parteilichkeit mit „arm-gemachten“ Menschen. Bei der Verbesserung der Lebensumstände von Ausgegrenzten achten wir auf eine aktive Einbindung der Betroffenen, um sie zu Akteuren/Akteurinnen ihrer eigenen Entwicklung zu machen und zu selbstbestimmten Handeln zu ermächtigen.

Dialog
Dialog erfüllt eine zentrale Rolle für eine gegenseitige Verständigung auf Augenhöhe. Bei einem Dialog auf Augenhöhe steht die Wertschätzung für den Anderen sowie das gemeinsame Lernen und Suchen nach Lösungen im Zentrum. Wir unterstützen Marginalisierte zudem für sich selbst zu sprechen und ihre Interessen gegenüber Politik, Wirtschaft, Zivilgesellschaft und Öffentlichkeit zu vertreten.

Menschenrechtsorientierung
Wir setzen uns für die Verwirklichung der bürgerlichen und politischen Menschenrechte sowie sozialer, kultureller und wirtschaftlicher Menschenrechte ein. Zudem fördern wir die Solidarrechte, wie die Rechte der Völker auf Selbstbestimmung, Entwicklung, Frieden und Umwelt. Hierbei ist zu betonen, dass neben den Staaten auch nicht-staatliche Akteure/Akteurinnen wie Großunternehmen eine gesellschaftliche Verantwortung für eine gerechte internationale Ordnung haben.

Verantwortlichkeit und Transparenz
Verantwortung ist nicht nur rechtlich zu verstehen. Verantwortlichkeit steht auch für eine ethische  Selbstverpflichtung im Sinne einer Rechenschaftspflicht. Unser Handeln steht für eine verantwortungsvolle und transparente Arbeitsweise gegenüber Spender/innen und Partner/innen. Dies gilt auch für unsere Partnerorganisationen, die mit den Menschen vor Ort zusammenarbeiten.

Nachhaltigkeit und Wirksamkeit
Unsere Unterstützung soll zu positiven Veränderungen – sprich Wirkungen – im Leben der Menschen beitragen. Dabei ist uns eine partizipative und prozessorientierte Arbeitsweise mit unseren Partner/innen als auch ein effektiver Einsatz von Mitteln wichtig. Zudem muss Hilfe zur Selbsthilfe die Organisationen nachhaltig stärken, um Abhängigkeiten von außen zu minimieren. 

Kultursensibilität und Gender
Projekte werden kontextuell, kultursensibel und gendergerecht unter Berücksichtigung der Universalität der Menschenrechte erarbeitet. Im Hinblick auf die Menschenrechte sind wir uns des Spannungsverhältnisses zwischen universellen Anspruch und kultureller Selbstbestimmung bewusst. Es gilt ein sensibles Gleichgewicht zwischen Tradition und Moderne zu wahren, damit Gemeinschaften selbst über ihre Entwicklung bestimmen können.

Arbeitsschwerpunkte

Unterstützung von Gemeinschafts- und Identitätsbildung
Durch die Unterstützung von Selbsthilfegruppen, Bürger/innenversammlungen, Jugendräte, Frauenkommittees, Vereine, etc. werden wichtige Bereiche des lokalen Zusammenlebens organisiert und Grundbedürfnisse der Menschen befriedigt. Gegenseitiger Vertrauensaufbau festigt  soziale Beziehungen und lässt kooperatives Handeln im Interesse des Gemeinwohls entstehen.

Förderung von Leadership, Multiplikator/innen und Kapazitätenbildung Menschen werden befähigt, selbstbestimmt zu handeln, soziale Kompetenzen und Führungsqualitäten zu erwerben sowie für ihre Gemeinschaft möglichst gute Entscheidungen zu treffen. Zudem fördern wir die Kapazitätenbildung von Organisationen, damit jene ihre Ziele und Aufgaben effektiv, wirksam und selbstbestimmt erfüllen können.

Förderung zivilgesellschaftlicher Netzwerke, alternativer Medien sowie politischer Partizipation
Wir unterstützen zivilgesellschaftliche Organisationen, Netzwerke, Medien und Bewegungen dabei sich für Benachteiligte als Watchdog einzusetzen. Bei Menschenrechtsverletzungen leisten sie Aufklärungsarbeit und  versuchen Entscheidungsträger/innen positiv zu beeinflussen – sei es durch öffentlichen  Druck oder durch Kooperation. Wir fördern in diesem Kontext auch die politische Bildung sowie Partizipation der Marginalisierten und ihrer Vertretungsstrukturen in politischen Prozessen.

Förderung von sozialer Innovation und Forschung
Zivilgesellschaftliche Organisationen erfüllen heutzutage eine wichtige Rolle bei der Entwicklung von (alternativen) Lösungen für gesellschaftliche Probleme in den Bereichen Soziales, Umwelt, Wirtschaft und Politik. In diesem Kontext fördern wir eine partizipative und praxisnahe Forschung.

Unterstützung von Prävention, Rechtsberatung und –bildung sowie Rehabilitation
Im Menschenrechtsbereich unterstützen wir ein breites Spektrum an Aktivitäten in den Bereichen Prävention, Konfliktminderung, Menschenrechtsverteidigung, rechtliche und psychosoziale Arbeit mit (potenziellen) Opfern und Täter/innen bis hin zur Wiedergutmachung bei Menschenrechtsverletzungen. Zudem fördern wir menschenrechtliche Ausbildung und Bewusstseinsarbeit.

Unterstützung bei der Durchsetzung und Umsetzung indigener Rechte Indigene Völker sind in Projektländern durch vielschichtige Außeneinflüsse in ihrer Lebensweise bedroht. Wir unterstützen sie daher durch eine Vielzahl an Maßnahmen wie Rechtshilfe, Begleitung, Fortbildungen und Bewusstseinsbildung, Kapazitätenbildung, Vernetzungen oder Kampagnen, um ihre Dorfgemeinschaften und Vertretungsstrukturen zu stärken. Zudem unterstützen wir die Umsetzung von nationalen und internationalen Rechten für Indigene Völker.
 
Förderung von Frauengruppen und Frauenrechten
Frauen werden in (fast) allen Gesellschaften dieser Welt diskriminiert. Wir fördern Trainings zu Frauenrechten, die Vernetzung und politische Partizipation von Frauen sowie deren wirtschaftliches Empowerment. Wir unterstützen auch Projekte im Bereich der Gewaltprävention, Bewusstseinsbildung, Rechtberatung, Rechtshilfe und -schutz für Opfer sowie Rehabilitation für Frauen.

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