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Den wahren Geschmack des Wassers erkennt man erst in der Wüste - afrikanisches Sprichwort

Wasser ist wertvoll? Aber ist uns das immer bewusst? Was wäre, wenn wir einen Tag oder eine ganze Woche ohne fließendes Wasser auskommen müssten? Was würden wir machen? Wo bekommen wir Wasser her?


Ziele: Kinder erleben Wasser als wertvolles Gut und lernen sorgsam damit umzugehen.
Kinder lernen Lebensrealitäten in anderen Ländern verstehen.


Ablauf: Thema: Wasser ist wertvoll…

1. Wasserlose Stunden


Ziel: In diesen Stunden soll uns wieder klar werden, wie wichtig Wasser für das tägliche Leben ist und wie beschwerlich es sein kann, wenn nicht überall das Wasser aus den Leitungen kommt.  
Dauer: Einige Stunden

Material: Hauptwasserhahn, anderer Wasserzugang
Ablauf:
Ihr könnt diese Situation ausprobieren: Schaltet den Hauptwasserhahn ab und überlegt wo ihr das Wasser für diese Stunden herbekommt (z.B. Brunnen, beim Nachbarn,…).Beobachtet, was passiert und wie der Tagesablauf dadurch beeinflusst wird. Oder macht euch aus nur von einer Wasserleitung das Wasser zu holen. Diese Wasserleitung ist in dieser Zeit euer Brunnen, wo ihr das Wasser herbekommt. Egal ob zum Kochen, Waschen oder für die WC Spülung.  Der Alltag wird schwierig, aber es wird auch ganz schnell klar, wie wichtig Wasser für das tägliche Leben ist.
 
Besprecht mit den Kindern am Ende des Tages, wie es euch mit dem „wasserlosen“ Tag gegangen ist. War es sehr beschwerlich für euch immer wieder Wasser zu holen? Welche Schwierigkeiten sind aufgetreten? Wie sieht man das Leben in anderen Ländern, wo täglich Wasser stundenlang geholt werden muss?

2. Spiel: Was bedeutet Wasser für…


Ziel: Der große Wert von Wasser in unterschiedlichen Lebenssituationen wird bewusst.
Dauer: ca. 20- 25 Minuten
Material: Kärtchen mit verschiedenen Rollen
Ablauf:
Es werden ca. 5-10 verschiedene Rollen/Situationen auf Kärtchen vorbereitet, die mit Wasser in Verbindung stehen. (z.B. Kind, das gerade Wasser holt; ein/e Mann/Frau, der/die ihre Wäsche im Fluss wäscht; Bauarbeiter/in bei einem Staudamm, Schwimmer/in, Muschel, Stein im Flussbeet, Oase, Fisch, Kamel…) Kinder ziehen ein Kärtchen und erklären, zeichnen oder stellen pantomimisch dar, welche Rollen sie haben. Die anderen Kinder erraten die Rolle.


Wasserverbrauch


Ziel: Das Thema Wasserverbrauch wird vergegenwärtigt und mit einem anderen Land in Bezug gesetzt.
Dauer: ca. 45 Minuten
Material: Flipchart und Stifte, 25 Wassertropfen (Glassteine oder Papier), untenstehende Tabelle

Ablauf: Zu Beginn wird mit den Kindern besprochen, wofür Wasser im Alltag gebraucht wird. (z.B.: Trinken, Kochen, Waschen,…) Die Beiträge werden gesammelt, die Kinder sollen auch schätzen, wie viele Liter dafür verwendet werden. Danach werden die Schätzungen richtig gestellt.

Tabelle:

Der durchschnittliche Wasserverbrauch einer Person in Österreich beträgt täglich ca. 150 Liter Wasser.

Wasserverbrauch

 Österreich

Wasserverbrauch

 Indien

WC- Spülung

48 Liter

WC

¼ Liter

Bad, Dusche

43 Liter

Bad, Dusche

8 Liter

Geschirrspülen/Wäsche

24 Liter

Geschirrspülen/Wäsche

9 Liter

Körperpflege

9 Liter

Haushalt

4 Liter

Gartenbewässerung

6 Liter

Trinken, Kochen

4 Liter

Autowaschen

3 Liter

Trinken, Kochen

3 Liter

Sonstiges

14 Liter

Gesamt:

150 Liter 

Gesamt

25 ¼ Liter

Tabelle: vgl. Ha zwei Ooo (S. 34) nach Broschüre der Wiener Wasserschule

Im Vergleich dazu überlegen die Kinder,  wofür ein Mensch  in z.B. Indien das Wasser anteilsmäßig verwendet, wenn er durchschnittlich nur 25 Liter pro Tag zur Verfügung hat (siehe auch Zugang zu Wasser). Dazu könnt ihr 25 blaue Glassteine oder Wassertropfen aus Papier verwenden. Ordnet mit den Kindern zu, wie die geringe Wassermenge auf die einzelnen Bereiche verteilt wird.

Tipp: Im Welthaus Graz und im Welthaus Linz kannst du das Spiel „Mit allen Wassern gewaschen“ ausborgen. Darin werden die Länder Tansania und Österreich mit ihrem Wasserverbrauch verglichen.

Variation: Ihr könnt eine Oma oder einen Opa der  Kinder aufs Lager einladen, der erzählt wie er/sie Wasser als Kind wahrgenommen hat. (Gab es auch zu  dieser Zeit keine Probleme mit der Wasserversorgung? Gab es schon fließendes Wasser in jedem Haus? Ist man mit Wasser sparsamer umgegangen? Gab es Überschwemmungen oder Sommer mit wenig Wasser?)  


Wasserparcours: Kinder holen Wasser

Ziel: Die Teilnehmer/innen setzen sich spielerisch mit dem Thema „Brunnen – Wasser holen“ auseinander und werden im Kooperationsverhalten gestärkt.
Dauer: ca. 60 – 75 Minuten (mit Vorbereitung)
Material: Karton oder Steine, mindestens 2 Behälter zum Wassertragen (eventuell verschließbar), mehrere Eimer, Schnur, Stöcke, Blechdosen, Hammer, Nagel und Schere, Hindernisse für den Parcours


Gemeinsam oder in Kleingruppen (je nach Gruppengröße) werden die Vorbereitungen  für Parcours, Brunnen und Schöpfvorrichtung getroffen. 
Als Brunnen kann ein großes Becken oder ein Eimer genommen werden. Um sich den Brunnen besser vorstellen zu können, wird aus Karton oder Steinen eine Einfassung gebaut. Ist man in der Nähe von einem Bach, kann auch im Wasser ein „Wasserloch“ mit Steinen markiert werden, aus dem das Wasser geholt wird.
Um das Wasser aus dem Brunnen zu  holen, werden in eine Konservendose mit Nagel und Hammer zwei Löcher geschlagen und  eine Schnur durchgefädelt, die auf einem Stock befestigt wird. Zusätzlich wird der Parcours markiert, in dem auch Hindernisse eingebaut werden können.

Ablauf:
Die Kinder  versuchen nun die erforderliche Tagesmenge (20 Liter) zu holen. Die Kinder schöpfen mit der Konservendose an der Schnur das Wasser aus dem Brunnen und füllen es in kleine Eimer, Joghurtbecher oder Kanister um (einfacher, wenn das Gefäß verschlossen werden kann). Dann transportieren sie das Wasser auf dem Kopf über einen Parcours, wo am Ende das Wasser in einem Eimer gesammelt wird. Die Kinder sollen darauf achten möglichst wenig Wasser zu verschütten.

Variation: Die Kinder überlegen sich vorher, was die Leute beim Brunnen sprechen könnten und machen Rollenspiele. Ein Kind ist krank, oder es hat schon längere Zeit nicht mehr geregnet,… was könnte man tun?

Zum Abschluss wird mit den Kindern das Erlebte besprochen: Wie ist es euch mit der Situation ergangen, was war besonders schwierig für euch? Wo könnte man denn Wasser einsparen? Hätte das negative Auswirkungen?


Vgl. Wasser ist Leben: Fakten, Berichte Projekte. Deutsche Welthungerhilfe, 

Julia Radlingmayer julia.radlingmayer@graz-seckau.at Welthungerhilfe: Wasser ist Leben: Fakten, Berichte, Projekte. Materialmappe. Bonn.

Literatur:

Deutsche

ZOOM Kindermuseum: Ha zwei Ooo: Eine Wasser-Ausstellung, die sprudelt, spritzt und braust. http://www.kindermuseum.at/jart/prj3/zoom/resources/uploads/Unterrichtsmaterialien%20Ha%20zwei%20Ooo.pdf 

Links:
http://www.kfw-entwicklungsbank.de/ebank/DE_Home/I/Download_Center/PDF-Dokumente_Fokus_Entwicklungspolitik/Wasser_Subsahara.pdf

der Rio Sao Francisco als Wasserquelle für die Bevölkerung ist durch Umleitung zu Plantagen gefährdet - Joao Zinclar
Wasser tragen ist harte Arbeit - Äthiopien - Klaus Zeugner