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Diffamierung der Friedensgemeinde San José Apartadó

Die Friedensgemeinde San José de Apartadó liegt im Departement Antioquia, in der Region Urabá, Kolumbien. Sie wurde vor 12 Jahren von den BewohnerInnen mit dem Ziel gegründet, sich durch die Gewalt nicht von ihrem Land vertreiben zu lassen und gewaltfreien Widerstand zu leisten. Bis heute wird die Gemeinde von dem Jesuitenpater Javier Giraldo von Justitia et Pax und den Internationalen Friedensbrigaden begleitet. Sie ist nach wie vor von der Gewalt der Paramilitärs und der Guerrilla betroffen, die die Neutralität und Gewaltfreiheit der Gemeinde nicht respektieren.

Die Friedensgemeinde San José de Apartadó hat als Reaktion auf eine Radiosendung von 28. Mai, in der sie aufs gröbste diffamiert wird, ein Kommuniqué verfasst, in der sie ihre derzeitige Situation beschreibt. In seiner Sendung "la hora de la verdad" (die Stunde der Wahrheit) interviewt der ehemalige Innen- und Justizministers Fernando Londono Hoyos den Ex-Guerilla Kommandanten der FARC mit dem Spitznamen "Samir“.

In früheren Kommuniqués hat die Friedensgemeinde bereits darauf hingewiesen, dass ein solcher medialer Angriff gegen sie, insbesondere gegen die Führungspersonen der Friedensgemeinde und wichtige externe BegleiterInnen unmittelbar bevorsteht. Die Friedensgemeinde hatte Kenntnis darüber, dass "Samir" seit November 2008 von der XVII Armee-Brigade festgehalten wurde, ohne dass diese nach seinem Ausscheiden aus der Guerilla gesetzesgemäß vorgegangen wäre.

Bereits bisher war die Friedensgemeinde mit der Präparierungen von ZeugInnen und haltlosen Anschuldigungen konfrontiert, unter anderem auch direkt von Präsident Alvaro Uribe. Die Anschuldigungen kommen nun auch von dem ehemaligen Guerilla Kommandanten, den die Friedensgemeinde für die Ermordung dreißig ihrer Mitglieder verantwortlich macht. Insgesamt wurden in den vergangen Jahren rund 160 Menschen der Friedensgemeinschaft von Militär und Paramilitär ermordet.

Im Interview unterstellt "Samir" der Friedensgemeinde San José de Apartadó und ihren BegleiterInnen, Teil der Guerilla zu sein und beschuldigt insbesondere die beiden externen Personen Eduar Lanchero und die ehemalige Bürgermeisterin von Apartadó Gloria Cuartas, als Kontaktpersonen für die FARC gedient zu haben. Der Interviewer, Fernando Londono Hoyos, trägt im Interview seinen Teil bei, indem er den Jesuitenpater Javier Giraldo als "Jefe de todo esto" – „Chef dieser als Friedensgemeinde getarnten Fassade der Guerilla“ - bezeichnet.

Eine weitere Linie der Anschuldigungen besteht darin, die Friedensgemeinde zu bezichtigen, sie erhalte hohe finanzielle Mittel aus dem Ausland und gebe diese zum Teil an die Guerilla weiter. Damit verbunden ist auch die Anschuldigung, die Friedensgemeinde verfolge ein Konzept territorialer Kontrolle, obwohl die Mitgliedschaft in der Friedensgemeinde auf einer persönlichen Entscheidung der einzelnen Mitglieder basiert.

Einleitend weist die Friedensgemeinde in ihrem Kommuniqué mit konkreten Fakten auf die dunkle Vergangenheit von Fernando Londono Hoyos hin und widerlegt dann Satz für Satz die wichtigsten der einzelnen zum Teil monströsen Anschuldigungen. In früheren Kommuniqués hat sich die Friedensgemeinde besorgt gezeigt, dass ständig wiederholte Unwahrheiten letztlich als Wahrheiten verkauft werden und, dass mit großem Aufwand versucht wird, ihr moralisches Kapital zu zerstören und sie mit falschen Anschuldigungen und darauffolgenden Gerichtsprozessen zu schwächen.

Die Radiosendung wurde inzwischen von mehreren Sendern übernommen. Die Vertreterin einer NGO aus den Niederlanden hat ihre Inhalte auch an internationale NGOs weitergeleitet, wie aus dem letzten Absatz des Kommuniqués der Friedensgemeinde SJA zu entnehmen ist.

Abgesehen vom hohen moralischen Schaden, der der Friedensgemeinde auf verbrecherische Weise zugefügt wird, stellt sich die Frage, welche weiteren Konsequenzen diese wahrscheinlich von langer Hand vorbereitete Medienkampagne für sie haben wird.


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