Hilfe an der Seite der Ärmsten: Staatssekretär Lopatka besucht Projekte der Dreikönigsaktion und HORIZONT3000 in Uganda
In der vergangenen Woche hat Staatssekretär Dr. Reinhold Lopatka an der Afrikareise von Außenminister Dr. Michael Spindelegger nach Äthiopien und Uganda teilgenommen. Im Anschluss an den offiziellen Besuch war Lopatka weitere 3 Tage lang mit dem Geschäftsführer der Dreikönigsaktion, dem Hilfswerk der Katholischen Jungschar Österreichs, Erwin Eder, und dem Leiter des Regionalbüros von HORIZONT3000, Robert Moosbrugger, unterwegs, um einen tieferen Einblick in die Arbeit kirchlicher NGOs in Uganda zu bekommen.
Staatssekretär Dr. Reinhold Lopatka, der sich persönlich ein Bild von den Projekten der Dreikönigsaktion und HORIZONT3000 in Uganda machen konnte, zeigte sich beeindruckt von der Arbeit: „Angesichts der besonders schwierigen Lebensverhältnisse von Millionen Menschen in der Dritten Welt, die durch die weltweite Finanz- und Wirtschaftskrise und den immer weiter voranschreitenden Klimawandel noch verschärft worden sind, ist die Hilfe von NROs wie der Dreikönigsaktion und HORIZONT3000 unverzichtbar. Bei zehntausenden Menschen geht es letztlich um die Frage des Überlebens. Es war für mich ein gutes Gefühl zu sehen, dass das Geld, das die Sternsinger Jahr für Jahr in Österreich sammeln, soviel Positives für Menschen bringt, die unter für uns kaum vorstellbaren Bedingungen überleben müssen.“
Uganda gehört zu jenen Ländern, in denen durch Entwicklungszusammenarbeit in den vergangenen Jahren beachtliche Erfolge erreicht wurden. Der Zugang zu Bildung, Gesundheitsversorgung und Wasser wurde verbessert. Der Anteil der in absoluter Armut lebenden Menschen konnte gesenkt werden. Doch die Erfolge stehen auf tönernen Beinen. Die Lebenserwartung liegt noch immer deutlich unter 50 Jahren, ein Drittel der Bevölkerung lebt unter der Armutsgrenze und Wirtschaftskrise, Korruption und Klimawandel bedrohen die mühsam erreichten Erfolge.
Uganda ist eines der Schwerpunktländer der Dreikönigsaktion und HORIZONT3000, wobei HORIZONT3000 nicht nur Kofinanzierungsprojekte für kirchliche Organisationen wie Dreikönigsaktion abwickelt, sondern auch als einzige österreichische Entsendeorganisation für Entwicklungshelfer/innen tätig ist. Gemeinsam sind die Dreikönigsaktion und HORIZONT3000 bei weitem die größten Akteure der österreichischen Zivilgesellschaft in Uganda. Die Projekte der Dreikönigsaktion und HORIZONT3000 zeigen die gravierenden Probleme des Landes:
In Gulu besuchte Staatssekretär Lopatka das zweitgrößte Spital des Landes, das von der Diözese betriebene „St. Mary’s Hospital“. Nach dem Ausbruch des Ebola-Virus vor 10 Jahren haben HORIZONT3000 und die Dreikönigsaktion, mit Kofinanzierung durch staatliche Mittel, bei der Erarbeitung und Implementierung eines Hygienekonzeptes, der Renovierung der Wäscherei und der ökologischen Sanierung der Wasser- und Stromversorgung geholfen. Nach fast 10 Jahren funktionieren die mit österreichischer Hilfe errichteten technischen Anlagen noch immer ausgezeichnet. Doch neue Probleme sind hinzu gekommen. Die Zahl der Patienten ist exorbitant gewachsen, neue Siedlungen in unmittelbarer Nähe des Spitals führen zu Problemen im Abwassermanagement und immer häufiger werdende Dürren lassen die Anzahl unterernährter Kinder stark ansteigen.
Selbst in der Diözese Jinja, im fruchtbaren Südosten des Landes, wird der Klimawandel spürbar. Niederschläge sind in den vergangenen Jahren unregelmäßiger geworden, immer häufiger gibt es trockenheitsbedingte Ausfälle bei der Maisernte. Die Dreikönigsaktion arbeitet mit der Diözese Jinja in verschiedenen Projekten zusammen. Im Landwirtschaftsprogramm des diözesanen Entwicklungsbüros JIDDECO werden Bauernfamilien unterstützt, sich auf die geänderten Bedingungen einzustellen. Durch den Anbau neuer Getreidesorten und durch eine Verbesserung bei der Viehzucht wird die Versorgungssicherheit erhöht. Begleitete werden diese neuen Anbaumethoden durch Schulungen in der Verarbeitung landwirtschaftlicher Produkte und einer Verbesserung der Vermarktung. Dies steigert wiederum die Erträge und die Einkommen. Das Projekt zeigt große Erfolge und wird nun auf immer mehr Dörfer ausgeweitet.
Ein anderes Projekt in der Region Gulu zeigt, dass trotz der niedrigen Entwicklungsgrades im Land moderne Technologien große Zukunftschancen eröffnen können. Entwicklungshelfer Stephan Bock stellt gemeinsam mit der lokalen NRO BOSCO schnurlose Internetverbindungen in Flüchtlingscamps und Dörfern im Umkreis von bis zu 50 Kilometern von Gulu her. Die lokalen Computerstationen werden solar betrieben. Bisher gibt es 9 Bosco-Zentren mit Internetverbindung, wo Jugendliche in der Arbeit mit Computern ausgebildet werden und Internetzugang erhalten. Durch die Computerausbildung steigt die Chance der Jugendlichen in den Camps, einen Arbeitsplatz zu finden. Das Projekt wird von den Jugendlichen begeistert aufgenommen.
„Es ist schön zu sehen, wie mit der Unterstützung aus Österreich die Menschen in Uganda die Hoffnung auf eine bessere Zukunft zurückerlangen. Gemeinsam können wir so unsere Welt ein Stück gerechter machen: Unserer Partnerinnen und Partner in Uganda, HORIZONT3000, die österreichische Entwicklungszusammenarbeit und die Dreikönigsaktion“, zeigt sich Erwin Eder von den Erfolgen der Kooperation begeistert.
Foto: Dreikönigsaktion
Fototext: Entwicklungszusammenarbeit konkret: Dr. Opira Cyprian, der Leiter des St. Mary`s Hospital in Gulu/Uganda berichtet Staatssekretär Lopatka von den Fortschritten aber auch von den Problemen in der zweit größten Gesundheitseinrichtung des Landes.
