12. Basisgemeindetreffen in Porto Velho, Brasilien
„Aus der Tiefe der Erde der Schrei Amazoniens“
Aus ganz Brasilien sind sie gekommen. Mit Bussen, Schiffen, Booten oder dem Flugzeug sind sie aus allen Ecken und Regionen des Landes angereist. Mache haben tagelange Reisen auf sich genommen, um ihre Basisgemeinden am XII. Intereklesialen Basisgemeindetreffen in Porto Velho, mitten im Amazonasgebiet, zu vertreten. Vom 21. bis 25. Juli haben sich 3010 Vertreter/innen der etwa 100.000 brasilianischen Basisgemeinden (CEBs) mit dem Thema „Basisgemeinden, Ökologie und Mission. Aus der Tiefe der Erde der Schrei Amazoniens" beschäftigt. Neben den Delegierten der Basisgemeinden nahmen auch 56 Bischöfe, 331 Priester, an die hundert Indigene und Vertreter/innen aus anderen lateinamerikanischen Ländern teil. Es ist eine Premiere, dass das Basisgemeindetreffen in Amazonien stattfindet.
Das afrikanische Sprichwort „viele kleine Menschen, aus vielen kleinen Orten, die viele kleine Dinge tun, können Großes bewirken,“ wurde zum Leitmotiv der kirchlich ökumenischen Großveranstaltung.
Indigene Völker, Quilombolas, Seringueiros, Flussuferbewohner/innen, Migrant/innen und Landlose haben in Kleingruppen und in Plenarien ihre Erfahrungen ausgetauscht, inhaltliche Referate zur aktuellen Situation Brasiliens, zu Ökologie und Mission angehört und diskutiert. Vor allem die rasch fortschreitende Abholzung, Umweltverschmutzung, Waldbrände, die bis nach Amazonien fortschreitende Sojafront, die umweltschädlichen Eingriffe von Bergbauunternehmen, Gewalt und Drogenhandel wurden thematisiert und behandelt. Besonders deutlich zu hören war der Schrei Amazoniens aus dem Mund der indigenen Bevölkerung. Für die meisten der indigenen Völker stellt der ausbeuterische Verkauf von Wasser und Erde zur Gewinnmaximierung eine zum Himmel schreiende Versündigung an der Natur dar.
Einen Höhepunkt des Basisgemeindetreffens bildeten die Wallfahrt der Märtyrer/innen und die anschließende Bußfeier am Rio Madeira, just an jener Stelle, an der ein Wasserkraftwerk in Bau ist. Auch die Jugendpastoral Brasiliens (Pastoral da Juventude) war vertreten und hat aktiv mitgewirkt.
In der abschließenden Vollversammlung wurde ein Dokument verabschiedet, das die Basisgemeindevertreter/innen als Botschaft mit nach Hause in ihre Gemeinden nehmen. Darin verpflichten sie sich den Schrei Amazoniens in ganz Brasilien bekannt zu machen und sich mit den Ausgeschlossenen zu solidarisieren. Die Basisarbeit soll gestärkt werden und eine Politik, die Erziehung, Gesundheit, Wohnen, Transport, Abwasser, Arbeitsplätze und eine Landreform ermöglicht soll eingefordert werden. Außerdem verpflichten sich die Basisgemeinden ökologischer zu denken und zu handeln, sie wollen comunididades eclesiais e ecológicas de base, also kirchliche und ökologische Gemeinden werden. „Verurteilen wir die Zerstörung Amazoniens und die Zerstörung der Umwelt und engagieren wir uns mit den Waffen des Evangeliums, mit Mut und Zärtlichkeit, damit Amazonien und die Erde Lebensquell und Lebensort bleiben können und die Ausbeutung nicht weiter fortschreitet,“ mahnt Dom Moacyr, der gastgebende Ortsbischof von Porto Velho in seiner Predigt während des Abschlussgottesdienstes.
Das nächste Basisgemeindetreffen dieser Art wird 2013 in Crato, Nordostbrasilien, stattfinden.
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Basisgemeindetreffen: www.cebs12.org.br
