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Sri Lanka: Rückkehr in ein zerstörtes Paradies


“Ich war gebeugt und traurig, aber jetzt gehe ich aufrecht!“

„Als ich als Dienstmädchen in den Libanon geflogen bin, hatte ich so viele Pläne für mein Leben und meine Familie. Alle meine Träume waren zerbrochen als ich dort zu Arbeiten begonnen habe. Die Erfahrungen von Sklaverei, die ich von meinen grausamen und harten Hausheeren ertragen musste, zerstörten mich. Dann kam der Krieg zwischen Israel und dem Libanon. Das zerbrach den letzten Hoffnungsschimmer. Ich wurde trauriger, alle Hoffnungen waren zerschlagen und nur eine düstere Zukunft vor mir, so dachte ich.

Ich kehrte zurück in meine Heimat und traf dort Sr. Angela und ihre Mitarbeiter/innen, die mir im Good Shepherd Service Centre for Migrants geholfen haben ein neues Leben zu beginnen. Wir wurden darin unterstützt unsere Würde und das Potential, die tief in uns sitzen, zu erkennen. Uns wurde gezeigt, wie wir weitermachen könnten. Uns wurde beigebracht wie wir mit unserem Wissen und Fähigkeiten das Familieneinkommen erhöhen können. Wir wurden darin unterstützt als Dorfgruppe mit Mut und Enthusiasmus zu arbeiten.

Im Moment haben wir eine Gruppe mit 10 Mitgliedern in unserem kleinen Dorf. Wir treffen uns jeden Monat. Wir teilen unser Wissen und unsere Erfahrungen in der Gruppe. Wir planen und treffen Entscheidungen gemeinsam. Wir sind zu einer Gruppe von engagierten Frauen geworden, die sich Gedanken über das Wohlergehen anderer machen.

Jeden Monat sparen wir eine bestimmte Geldsumme, damit wir sie später für das Consumer Program verwenden können. Mein Ehemann und ich besitzen eine eigene Bäckerei. Gemeinsam planen wir unseren Kleinbetrieb zu verbessern. Gleichzeitig setzen wir alles daran die Selbsthilfegruppe in unserem Dorf weiterzuentwickeln. Mein Ehemann unterstützt mich dabei voll und ganz. Wir haben uns in unserem Leben weiterentwickelt. Ich werde nie wieder als Hausmädchen in einem anderen Land arbeiten. Ich weiß, dass wir unser Familien- und Gemeinschaftsleben in unserem Dorf, in unserem Land, aufbauen können. Ich verdanke all das dem Good Shepherd Service Centre for Migrants. Es gibt viele weitere Frauen, die sich genauso wie ich glücklich und stetig weiterentwickeln. Wenn wir uns von Zeit zu Zeit treffen tauschen wir unsere Erfahrungen aus. Diese Zusammentreffen stärken uns sehr. Wir danken allen, die uns die wunderbare Chance unserer fortschreitenden Reise ermöglicht haben.“ Bericht von Renuka Herath – Sembukuliya

Die Arbeitsbedingungen besonders für Haushaltskräfte in den Ländern des Mittleren Ostens sind denkbar schlecht. Es gibt unzählige Berichte von Arbeitgeber/innen, die den Haushaltshilfen weder ihren versprochenen Lohn ausbezahlen noch ihr Recht auf Freizeit, Gesundheitsversorgung und Urlaub entsprochen hätten. In Sri Lanka kursieren inoffizielle Zahlen, die belegen, dass monatlich 19 tote Frauen aus den Ländern des Mittleren Ostens zurückkommen. Sie sind als Hausangestellte eingereist und oft schlimmsten Folterungen ausgesetzt. Die Sri Lankische Regierung und auch die Provisionen einstreichenden Vermittlungsbüros übernehmen keine Verantwortung für diese Frauen.

Im Juli 2006 kam es zur Invasion Israels im Libanon. Diese Kriegssituation hat sehr viele Arbeitsmigrant/innen gezwungen wieder in ihre Herkunftsländer zurück zu kehren. Es sind diese zurückkehrenden Frauen auf deren Schultern die Last des Wohlergehens und oft auch des blanken Überlebens ihrer Familien lastet. Wieder in Sri Lanka stehen sie oft nicht nur mit leeren Händen vor dem Nichts, sondern auch vor zerrütteten Familienverhältnissen. Diese Last ist für viele Frauen ohne Hilfe nicht zu (er)tragen. Die  Schwestern vom Guten Hirten haben ein eigenes Zentrum  - Good Shepherd Service Centre for Migrants - in Puttalam gegründet. Es dient als Anlaufstelle und zugleich auch als Ort neuer Hoffnungen, Ideen und Möglichkeiten. Die Projekt verantwortliche Schwester Angela Fernando hat selbst Jahre lang im Libanon gelebt und kennt die prekäre Situation von Arbeitsmigrantinnen. Gemeinsam mit ihren Mitschwestern und ausgebildeten Sozialarbeiterinnen bauen sie mit den verzweifelten Frauen an einem neuen Leben, das den Frauen wieder Platz in ihren Familien gewährt und ein Leben in Würde ermöglicht.


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