Projektpartnerin Sr. Delci am UN-Klimagipfel
„Create Climate Justice“, die internationale katholische Kampagne für Klimagerechtigkeit entsandte eine hochrangige Delegation zum Uno-Klimagipfels nach New York.
Vertreter/innen der CIDSE, dem Netzwerk von 16 katholischen entwicklungspolitischen Organisationen in Europa und Nordamerika, von Caritas Internationalis sowie aus 16 hochranginge Kirchenvertreter und Klimafachleuten aus Süd und Nord erinnerten Spitzenpolitiker/innen, unter anderem José Manuel Barroso, an die sozialpolitische Brisanz der Klimaproblematik: Menschen in Entwicklungsländern haben den Klimawandel am wenigsten verursacht, dennoch treffen sie seine schädlichen Auswirkungen am heftigsten.
Experten/innen aus Ländern wie Bangladesh, Bolivien, Brasilien, Indien und Kenya berichteten den Staats- und Regierungschefs aus erster Hand von den verheerenden Auswirkungen des Klimawandels im Süden unserer Welt. Schwester Delci Maria Franzen, Leiterin der Kommission für Sozialpastoral der brasilianischen Bischofskonferenz und langjährige Projektpartnerin der Dreikönigsaktion war Teil der Delegation, die den politischen Führer/innen auch die Kampagne vorgestellt haben.
Wenige Wochen vor Beginn dieser entscheidenden Verhandlungen hatte der UN-Generalsekretär Ban Ki-moon alle Staats- und Regierungschefs der Welt zu einem UN-Klimagipfel nach New York eingeladen, um den politischen Willen für den Abschluss eines ambitionierten Kopenhagen-Abkommens zu erhöhen und um eine Annäherung in den gegensätzlichen Positionen von Industrie- und Entwicklungsländern zu erreichen. Die bisherigen Vorschläge zur Treibhausgas-Reduktionen und der Finanzierung von Klima-Maßnahmen in den Entwicklungsländern seitens der Industrieländer liegen weit unter dem, was für ein effektives und gerechtes Klimaabkommen notwendig ist.
Aus diesem Grund führen CIDSE und Caritas Internationalis seit Dezember 2008 eine Kampagne zu Armut und Klimagerechtigkeit durch, an der, in Österreich unter dem Namen "Klima fair bessern", auch die die Dreikönigsaktion der Katholischen Jungschar aktiv beteiligt ist.
Zu den Ergebnissen des Gipfels gibt es – wie immer bei derartigen Tagungen – unterschiedliche Wahrnehmungen. Während die offizielle Diplomatie von Annäherungen spricht, nehmen sich die NGO’s kein Blatt vor dem Mund. Kritik am Ausgang des Gipfels kam von Umweltorganisationen: "Wir haben viel Dringlichkeit in den Worten der Führenden der Welt gehört. Aber es bleibt abzuwarten, ob Taten folgen", sagte Oxfam-Sprecher David Waskow. "Diejenigen, die unter Hunger, Dürre oder Überschwemmungen leiden, werden nicht durch warme Worte gerettet, sondern nur durch Taten. Alle Augen sind nun auf Kopenhagen gerichtet - dort darf es kein Scheitern geben", sagte Waskow. US-Präsident Obama wurde dagegen von den Klimaschützern dafür kritisiert, zu vage geblieben zu sein. "Das ist in Wirklichkeit mehr ein Schritt zurück als nach vorne", sagte Thomas Henningsen von Greenpeace.
