Auswirkungen des Klimawandels in A.P., Indien
Der Klimawandel zeigte dieses Jahr gerade in Andhra Pradesh, Südindien, sein schlimmen Folgen: Ausbleibende Monsunregenfälle, daher Dürre und schließlich starke Regenfälle, die Überschwemmungen verursachten. Unser Projektpartner Navajeevan Bala Bhavan, eine Organisation, die sich um die Rehabilitierung von Straßenkindern bemüht, ist besonders von den Überschwemmungen betroffen.
Schwere Regenfälle haben Anfang Oktober den Fluss Krishna dermaßen gefüllt, dass er über die Ufer trat und das Kinderdorf Chiguru von Navajeevan Bala Bhavan, wo ehemalige Straßenkinder untergebracht sind, in bisher nie dagewesenem Ausmaß überschwemmte. Die dort lebenden Kinder wurden Tage davor aus Sicherheitsgründen in ein anderes Zentrum der Organisation gebracht.
Als der Wasserspiegel zu sinken begann, zeigte sich erst das wahre Ausmaß der Überflutungen für das Kinderdorf Chiguru. Das gesamte Erdgeschoss muss erneuert werden. Das Gelände muss von Schlamm befreit werden, Trocknungs- und Malarbeiten vorgenommen und die Stromversorgung wieder hergestellt werden – der Generator und auch die Wasserpumpen funktionieren nicht mehr. Auch die Küchenausstattung muss erneuert werden, bevor die Kinder wieder zurück kommen können.
Derartige Überschwemmungen gab es in diesem Teil Indiens das letzte Mal vor 100 Jahren. Besonders Dörfer, die nahe am Fluss Krishna liegen, sind von den Überflutungen betroffen. In der Stadt Vijayawada war das Wassersystem aufgrund der Schlammmassen nicht mehr funktionstüchtig. Bewohner/innen der nahegelegenen Dörfer haben ihr weniges Hab und Gut verloren. Pater Koshy SDB erzählte uns bei seinem Besuch in Wien, dass besonders die Kinder dieser Familien unter den Folgen der Überschwemmungen leiden werden. Familien, die nun von ihrem Wohnort vertrieben wurden, müssen ihr Leben wieder aufbauen. Kinder müssen ihre Arbeitskraft zur Verfügung stellen, um das Familieneinkommen zu sichern. Sowohl Navajeevan Bala Bhavan als auch die lokale Regierung versuchen dem entgegen zu wirken und die Familien so weit es geht in ihrem Wiederaufbau zu unterstützen.
Es wird wohl eine Zeit dauern bis auch die Kinder in Chiguru ihren hart erarbeiteten normalen Lebensrhythmus wieder finden werden, so Pater Thomas Koshy, Direktor von Navajeevan Bala Bhavan.
