Die Dreikönigsaktion der Katholischen Jungschar lädt ein am 26. und 27.01.2010 zur folgenden Veranstaltung ein:
(Palm-)Öl ins Feuer gießen!?
Friedensarbeit und Agrotreibstoffe in Kolumbien
Durch die weltweit – auch in der EU – steigende Nachfrage nach Agrotreibstoffen wächst die Zuckerrohr- und Palmölproduktion in Kolumbien enorm. Die kolumbianische Regierung setzt große Hoffnungen auf die Energie-Monokulturen und ist bereit, Land, Biodiversität, Wasser und Wald der „Entwicklung" des Landes zu opfern. Natürliche Ressourcen, die sich bisher im kollektiven Besitz von indigenen und afro-kolumbianisch Bevölkerungsgruppen sowie der Landbevölkerung befanden, werden zunehmen privatisiert, um internationale Investitionen ins Land zu holen.
Diese Veränderungen finden im Kontext des noch immer akuten bewaffneten Konflikts in Kolumbien statt. Trotz des offiziellen Friedensschlusses und der Demobilisierung der paramilitärischen Gruppen haben vertriebene Menschen kaum Möglichkeiten, ihr Land zurückzubekommen. Ganz im Gegenteil: Es kommt weiterhin zu Vertreibungen von ländlicher Bevölkerung, deren Land für die Produktion von Agrotreibstoffen interessant ist.
Während die Gewinne für Agrosprit-Unternehmen gestiegen sind, sind die Löhne in derselben Zeit gefallen. Immer mehr Arbeiter/innen sind über „Scheinkooperativen" angestellt, wodurch sich die Unternehmen die sozialen Abgaben ersparen. Hinzu kommt ein Arbeitspensum von bis zu 16 Stunden, gesundheitliche Risken durch den Einsatz von Chemikalien und der schweren Arbeit, durch die Menschen körperliche Schäden davontragen.
Paula Alvarez ist Politologin, mit langjähriger Erfahrung in der Begleitung von Organisationen im Bereich Umwelt und ländlicher Raum. Sie ist Expertin zum Thema Agrotreibstoffe in Kolumbien, Beraterin der Zuckerrohrarbeiter, Autorin der Studie „soziale Schulden der Zuckerrohrwirtschaft in Kolumbien“ und Mitarbeiterin der NGO Grupo Semillas.
Grupo Semillas, „Gruppe Samenkörner“, ist eine Nichtregierungsorganisation, die seit 1993 zu den Themen nachhaltige Produktionssysteme, Biodiversität, traditionelles Wissen, Eigentumsrechte, Freihandel und Großprojekte arbeitet. Ihre Ziele sind die Information und Ausbildung der betroffenen Bevölkerung, deren Begleitung bei konkreten Aktivitäten und das Aufmerksammachen von nationaler und internationaler Öffentlichkeit. Website: www.semillas.org.co
Programm:
Dienstag, 26.1.2006
Ort: C3 - Centrum für Internationale Entwicklung, Alois-Wagner-Saal, Sensengasse 3, 1090 Wien
- 18.00 Uhr Filmvorführung
Der Palmölkrieg - Ölpalmplantagen vertreiben Kolumbiens Kleinbauern, Dokumentation des Schweizer Fernsehens (2009, 50 min)
- 19:00 Uhr Referat
Unser kolumbianischer Gast Paula Alvarez spricht über die ökologischen und sozialen Auswirkungen der Agrotreibstoff-Expansion in Kolumbien
- anschl. Podiumsdiskussion
Paula Alvarez (Grupo Semillas), Christian Wlaschütz („Programm für Frieden und Entwicklung“ in Magdalena Medio, Kolumbien) und Dr. Benedikt Ennser (Abteilung für Umwelt- und Energiepolitik, Wirtschaftskammer Österreich) diskutieren über die Auswirkungen der Agrospritproduktion in Kolumbien im Kontext der globalen, europäischen und österreichischen Energiepolitik.
Mittwoch, 27.1.2006
Ort: Dreikönigsaktion der Katholischen Jungschar, Wilheminenstraße 91 II/f, 1160 Wien
- 15:00 - 17:30 Workshop
mit Paula Alvarez für Expertinnen und Experten aus den Bereichen Energieversorgung, ländliche Entwicklung, Friedensarbeit, Ökologie, Politik und Entwicklungszusammenarbeit.
Wir ersuchen um Anmeldung bis Freitag, 25.1.2010, bei julia.guenther@dka.at.
