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Dreikönigsaktion der Katholischen Jungschar
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Giftiger Regen!

Flugzeugbesprühungen von Bananenplantagen in Mindanao, Philippinen, bedrohen die Menschen und die Umwelt. Die Projektpartnerin IDIS erhält Unterstützung von der österreichischen katholischen Kirche.

Die Philippinen sind der fünftgrößte Bananenproduzent weltweit. Bezüglich des Exports von Bananen liegen die Philippinen mit 3,2 Millionen Tonnen jährlich nach Ecuador auf Platz zwei. Die philippinische Bananenplantagen-Industrie erwirtschafte im Jahr 2008 rund 720 Mio. USD. Der Großteil der Exportproduktion erfolgt auf der südlichen Insel Mindanao, hier wieder speziell in der Region von Davao, wo große Waldflächen in Plantagen umgewandelt wurden. Auf der Insel Mindanao werden 40.000 ha für Bananenplantagen genutzt, auf denen rund 60.000 Plantagenarbeiter/innen beschäftigt sind.

Den größten Anteil am weltweiten Bananenhandel hat die – auch bei uns bekannte - Bananensorte Cavendish. Die Cavendish-Plantagen kämpfen stark mit dem Befall durch den Schwarzen Sigatoka-Pilz. Deshalb werden konventionelle Plantagen üblicherweise alle 12 Tage, somit rund 30-mal jährlich, mit Fungiziden besprüht. Die kostengünstigste Methode zur Anwendung von chemischen Pflanzenschutzmitteln ist die Besprühung der Plantagen aus dem Flugzeug.

Obwohl laut Plantagenbetreibern modernste GPS-Technik zum Einsatz kommt, werden nicht nur die Bananenplantagen, sondern auch die angrenzenden Häuser und Siedlungen besprüht. Auch bei Erfüllung der gesetzlichen Auflagen wird der Sprühnebel vom Wind drei Kilometer und mehr verweht. Das philippinische Gesundheitsministerium geht davon, dass fast 40 % der vom Flugzeug ausgebrachten Pestizide nicht auf der vorgesehen Fläche landen. Plantagenarbeiter/innen wohnen oftmals direkt in den Bananenhainen oder in direkter Nachbarschaft dazu. Somit werden Hausgärten, Wasserquellen und Kinder auf dem Schulweg mit Pestiziden besprüht. Rund 200.000 Menschen in Mindanao sind betroffen.

Die Umweltorganisation Interface Development Interventions (IDIS) mit Sitz in Davao City steht seit mehreren Jahren an der Spitze der Kampagne gegen die Pestizid-Besprühung von Plantagen mittels Flugzeug. Der Titel der Kampagne ist “Stop the Toxic Shower Campaign” („Stoppt den giftigen Regen Kampagne“). Sie wird dabei von der Dreikönigsaktion der Katholischen Jungschar unterstützt.

Eine vom philippinischen Gesundheitsministerium (Department of Health, DOH) in Auftrag gegebene und im November 2009 vorgelegte Studie nennt die Praxis der Flugzeugbesprühungen „gefährlich und schädlich für die menschliche Gesundheit“ und spricht von „dringender Sorge um die öffentliche Gesundheit“. Der Gesundheitsminister empfahl der Staatspräsidentin, Gloria Macapagal-Arroyo, Flugzeugbesprühungen per Präsidialerlass zu verbieten, zumal es erprobte und zumutbare Alternativen zur Luftbesprühung gäbe, von denen weniger Gesundheitsrisiken ausgehen. So ist etwa eine Besprühung vom Boden aus oder ein Umstieg auf biologische Methoden möglich. Das DOH begründet seine Haltung damit, dass durch die Luftbesprühungen eine massive Bedrohung von Mensch und Umwelt darstellen könnte und gemäß dem Vorsorgeprinzip von der Industrie erst die allfällige Unbedenklichkeit nachgewiesen werden müsse, bevor die Besprühungspraxis wieder zugelassen werden könne. PBGEA bekämpft die DOH-Studie und die Empfehlungen des Gesundheitsministers naturgemäß vehement.

In diesen letzten Entwicklungen haben Vertreter/innen der katholischen Kirche eine nicht unbedeutende Rolle gespielt. Nachdem sich Caritas und das Sekretariat für Soziales, Gerechtigkeit und Frieden der philippinischen Bischofskonferenz schon zuvor der Sache angenommen hatten, erlangte eine Initiative von vier philippinischen Bischöfen, unter ihnen der Erzbischof von Manila, Kardinal Rosales, große öffentliche Aufmerksamkeit. In einem Brief an PBGEA stellten sie sich klar auf die Seite der betroffenen Bevölkerungen und forderten die sofortige Einstellung der „unmoralischen Praxis“ von Luftbesprühungen. Insgesamt acht Bischöfe forderten in einen weiteren Brief die philippinische Präsidentin auf, Flugzeugbesprühungen permanent zu verbieten. In einem Dialogtreffen von Betroffenen und Vertreter/innen verschiedener Ministerien, die letztlich zur oben zitierten Empfehlung des Gesundheitsministers an die Präsident führten, nahmen auch zwei katholische Bischöfe teil.

Unterstützung erhielten sie auch von Kardinal Dr. Christoph Schönborn und Bischof Dr. Ludwig Schwarz, die in ihrem Schreiben an die philippinische Präsidentin ihre Solidarität mit den Vertreter/innen der katholischen Kirche und der bedrohten Menschen ausdrückten. Die Medien Sun Star und CBCP News berichteten über ihre grenzüberschreitende Solidarität – siehe auch hier.

Doch trotz dieser Fortschritte, ist unsere Partnerorganisation IDIS besorgt. Seit einiger Zeit werden Mitarbeiter/innen der Nichtregierungsorganisation von unbekannten Männern verfolgt und beobachtet. Mehrere Dutzend solcher Beobachter seien im Einsatz und würden das gesamte Netzwerk der Kampagne gegen Flugzeugbesprühungen beobachten. Die betroffenen Organisationen müssen nun Sicherheitsvorkehrungen treffen um mögliche Übergriffe auf Leib und Leben ihrer Mitarbeiter/innen zu verhindern. In den letzten Jahren sind in den Philippinen mehrere hundert Menschen Opfer von politisch motivierten Morden geworden. In vielen dieser Fälle wurden von den Tätern zuvor ähnliche Bewegungsprofile erstellt.

Weitere Informationen auf der Seite der Kampagne: www.dirtybananas.org  


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