Rekord für Sternsingeraktion: 14,5 Mio. Euro
Österreichs Bevölkerung spendet reichlich, während der Staat bei den Ärmsten der Armen spart.
Österreichs Bevölkerung ist spendenfreudig wie noch nie. Die Sternsinger/innen der Katholischen Jungschar konnten 14.476.677,18 Euro sammeln. Das sind um 625.616,49 Euro mehr als im Vorjahr. Aber während die Österreicher/innen zu ihrer Solidarität mit den Ärmsten stehen, stiehlt sich der Staat aus der Verantwortung: Der Verkündigung eines fantastischen Endergebnisses der heurigen Sternsingeraktion steht die Ankündigung der Regierung gegenüber, weitere Kürzungen im Bereich der Entwicklungszusammenarbeit vorzunehmen.
„Wir sind stolz auf unsere Spenderinnen und Spender! Jeder Cent in eine Sternsingerkassa ist ein klares Bekenntnis zu einer Stärkung der Entwicklungszusammenarbeit“, freut sich Martin Krenn über das Spitzenergebnis. Gleichzeitig ist der Vorsitzende der Katholischen Jungschar aber entsetzt von den Plänen der Bundesregierung: „Bereits im Vorjahr wurde Österreichs Entwicklungsbudget um fast 30 % gekürzt. 25 Jahre müssten die Sternsingerinnen und Sternsinger sammeln, um alleine die Kürzungen der Entwicklungshilfegelder des letzten Jahres auszugleichen. Jetzt drohen weitere Einsparungen. Vizekanzler Pröll spricht von einer Budgetsanierung ohne Tabus. Über eine Milliarde Menschen hungern. Auf ihre Kosten zu sparen ist ein Tabubruch mit menschlichen Grundwerten.“
Entwicklungshilfe kann Leben zum Besseren wenden
Positive Entwicklung ist erst dann nachhaltig wirksam, wenn die Menschen vor Ort ihre Sache selbst in die Hand nehmen. Die notwendige Voraussetzung dazu sind Bildung - Lesen, Schreiben, Rechnen - und der Erwerb von relevantem Wissen über Landwirtschaft, Gesundheit und Hygiene, Ernährung sowie über ihre politischen Rechte. Das sind die Werkzeuge, die helfen, den Teufelskreis von Armut und Ausbeutung zu durchbrechen.
In rund 500 Sternsingerhilfsprojekten in Asien, Afrika und Lateinamerika knüpfen Menschen aus dem Süden und dem Norden ein Netzwerk der Solidarität, arbeiten an der Überwindung von Ungerechtigkeit und Unterdrückung, die Millionen von Menschen in Armut und Abhängigkeit zwingt. Ihr Einsatz zeigt konkrete Früchte: sauberes Trinkwasser, Schulbildung, genug zu Essen, und Stärkung der Menschenrechte im Kampf gegen korrupte Politik und profitgierige Konzerne.
Sternsingeraktion 2010 | |||||
Diözese |
| Spenden 2010 |
| Spenden 2009 | Steigerung in % |
Wien | € | 2.135.418,46 | € | 1.992.623,41 | 7,17 |
St. Pölten | € | 1.256.990,42 | € | 1.244.862,52 | 0,97 |
Linz | € | 2.886.996,69 | € | 2.760.815,34 | 4,57 |
Salzburg | € | 1.533.743,75 | € | 1.489.711,62 | 2,96 |
Innsbruck | € | 1.428.407,22 | € | 1.253.193,68 | 13,98 |
Feldkirch | € | 734.476,65 | € | 745.113,73 | -1,43 |
Klagenfurt | € | 1.265.384,94 | € | 1.219.824,07 | 3,74 |
Graz | € | 2.658.711,91 | € | 2.563.161,09 | 3,73 |
Eisenstadt | € | 576.547,14 | € | 581.755,23 | -0,90 |
Sternsingerergebnis | € | 14.476.677,18 | € | 13.851.060,69 | 4,52 |
