WM: Südafrika säubert die Straßen
Die FIFA rechnet bei der WM in Südafrika mit einem Milliardengewinn – während die Menschen in Südafrika leer ausgehen. Mehr noch: Für viele Straßenverkäufer/innen bedeuteten die Gemeindeverordnungen, die während der WM den „Ausnahmezustand Fußballfest" regeln, eine existentielle Bedrohung.
Sie leben von der Hand in den Mund und sind von den Einnahmen ihrer verkauften Waren abhängig, um Nahrungsmittel zu kaufen, Schulgebühren und -uniformen ihrer Kinder und Mieten zu zahlen. Sie stehen in keiner Konkurrenz zu großen internationalen Firmen wie Coca-Cola oder Budweiser. Trotzdem müssen die Straßenverkäufer/innen, die normalerweise die öffentlichen Plätze bevölkern, während der WM den Tourist/innen und offiziellen FIFA-Verkaufsständen weichen.
So genannte Straßensäuberungen finden immer häufiger statt. Straßenverkäufer/innen und Obdachlose werden von ihren Plätzen verjagt und auf andere Orte verwiesen. Beschwerden, die aufgrund polizeilicher Übergriffe bei den Behörden eingegangen sind, sind bis jetzt ungehört geblieben.
Unser Projektpartner LHR (Lawyers for Human Rights) wird die Situation auch während der Fußballweltmeisterschaft beobachten und danach sicherstellen, dass die Rechte der Armen und Marginalisierten nicht auch nach der Weltmeisterschaft verletzt werden. Daher fordert LHR von den Gemeinden,
- dass Beschwerden über Belästigungen und unrechtsmäßige Polizeiaktionen sofort nachgegangen und publik gemacht werden;
- dass in den Gemeindeverordnungen Anregungen der Zivilgesellschaft und den Gewerkschaften aufgenommen werden;
- dass alle Straßensäuberungenkampagnen, die gegen die Armen und Marginalisierten sind, sofort gestoppt werden.
Wenn sie die Arbeit von LHR unterstützen wollen, können Sie unter dem Kennwort "LHR" spenden!
