Doppelte Naturgewalt in Guatemala
Der Asche- und Vulkansandregen nach dem Ausbruch des Pacaya überzog Häuser, Straßen und Autos mit einer zentimeterdicken, rabenschwarzen Ascheschicht und forderte 2 Todesopfer, rund 60 Verletzte und drei vermisste Kinder. Während sich der Vulkan wieder beruhigte, kündigte sich bereits die nächste Naturkatastrophe an. Über dem Pazifik bildete sich ein Hurrikan: „Agatha" traf die Regionen San Marcos, Quetzaltenango, Huehuetenango und Totonicapán mit voller Wucht.
Erste Berichte sprechen von 175 Toten, 90 Vermissten, über 27.000 Betroffenen und von über 150.000 evakuierten Personen. Die Infrastruktur hat ebenfalls großen Schaden genommen. Ingesamt sind 33 Brücken, 73 Strassen und über 11.000 Wohnhäuser beschädigt. Die blockierten Wege im Land behindern nun eine Erstversorgung betroffener Familien. Viele Dörfer sind nicht erreichbar und sind von der Außenwelt abgeschnitten. Der Ausnahmezustand im Land bleibt weiterhin von der Regierung verhängt, während sich der Tropensturm über die nördlichen Departements Guatemalas in Richtung Karibik weiterbewegt. Eine in Guatemala lebende Österreicherin berichtete, dass Bäume und Strommasten, auch nachdem der Sturm längst vorüber gezogen war, einfach umkippten, weil der Boden vom Regen völlig aufgeweicht ist. In der Hauptstadt Guatemalas bildete sich sogar ein riesiges Loch, in dem ein dreistöckiges Haus verschwand.
Projektpartner aus Guatemala (Landpastoral Quetzaltenango und CODECA) berichten von Schäden an Infrastruktur bzw. landwirtschaftlicher Produktion aus ihren Projektgebieten und von ersten Hilfsmaßnahmen – Verteilung von Lebensmitteln. Die Hälfte der Dörfer in den Departements Suchitepequez und Retalhuleu, in den CODECA tätig ist, sind von der Außenwelt durch Überschwemmungen abgeschnitten.
In den anderen Dörfern wurden 587 Häuser zerstört. Ein komplettes Bild der entstanden Schäden kann auf Grund der aktuellen Situation noch nicht gegeben werden. Unsere Projektpartner werden uns in den nächsten Tagen noch ausführlich berichten.
