Weltaidskonferenz 2010: Ein Resümee!
Die 18. Weltaidskonferenz, die von 18.7. bis 23.7.2010 in Wien stattfand und unter dem Zeichen „Rechte hier und jetzt" stand, ist Vergangenheit. Was bleibt, ist eine Aufbruchstimmung. Ein Resümee unserer Projektpartnerinnen Jenny Boyce und Sr. Hedwig Vinyoh.
Unsere Projektpartnerin Jenny Boyce aus Südafrika, die als Koordinatorin von Mariann Co-ordinating Committee (MCC) tätig ist, streicht in ihrem Resümee die kritische Situation heraus, die die Welt erleben wird, wenn weniger Geld in den Global Fund fließt. Der Fund wurde für die Bekämpfung von HIV/Aids eingerichtet. Jenny Boyce ermahnt dabei auch Österreich. Als Gastgeberland hat Österreich am Rande der Konferenz bekannt gegeben, dass es kein Geld in den Global Fund einzahlen wird. Gemeinsam mit tausenden Menschenrechtsaktivist/innen, darunter auch Annie Lennox, haben unsere Projektpartnerinnen ihren Unmut darüber beim Menschenrechtsmarsch kundgetan, denn der Global Fund ist in der Präventionsarbeit wichtig. Die letzten Jahre haben, gerade im südlichen Afrika, gezeigt, dass durch erfolgreiche Präventionsarbeit die Infektionsraten abnahmen. Die Kritik zeigte Wirkung. Am Ende der Konferenz wurde bekannt gegeben, dass Österreich eventuell einen kleinen Beitrag in den Global Fund einzahlen wird.
Jenny Boyce erinnerte sich an die Worte von Bill Clinton, der bei seiner Rede sagte, wir müssten mehr, schneller und billiger handeln. Dabei ist für Jenny Boyce eine Zusammenarbeit aller Regierungen, die unter der Prämisse des good-governance stehen, ganz wesentlich. Es braucht mehr Engagement und Bewusstsein der Regierungen sowie der Zivilgesellschaft für die Arbeit mit HIV/Aids. Gerade die Fußballweltmeisterschaft hat gezeigt, dass Südafrika genügend Ressourcen hat, doch es fehlt am Engagement und an der gerechten Verteilung. Wenn es um gerechte Verteilung geht, ist auch immer die Frage der Ernährungssicherheit und des Klimawandels eine ganz wesentliche. Doch diese Querschnittsfrage wurde bei der Konferenz nicht gestellt, kritisierte Jenny Boyce. Dennoch wurde eines klar: Es gibt nicht nur eine spezifische Prävention, sondern vielfältige Methoden: Die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, der Zugang zu Nahrung, Unterkunft und Bildung sind ganz wesentliche Bereiche, die ausgeweitet gehören, so Jenny Boyce.
Sr. Hedwig Vinyoh, die die sozial-pastorale Arbeit der Tertiary Sisters of St. Francis in Kamerun koordiniert, zieht eine positive Bilanz der Konferenz. Wichtige Aspekte, die in der Arbeit mit HIV-betroffenen Personen aufkommen, wurden bei der Konferenz angesprochen: Die Arbeit mit Kindern, die mit HIV/Aids leben oder deren Eltern durch Aids gestorben sind, ist einer davon. Darüber hinaus ist es wichtig, betroffene Personen als Multiplikator/innen in die Präventionsarbeit zu integrieren und anzuerkennen. Einer der wichtigsten Punkte, die Sr. Hedwig in ihrem Resümee herausstreicht, ist die Entstigmatisierung von HIV und Aids und das Recht auf medizinische Behandlung für jede von HIV betroffene Person. Es braucht mehr Unterstützung der Gemeinschaft, der Gesellschaft und der Politik, um Stigmatisierungen entgegenwirken zu können. Menschenrechte werden durch die tägliche Diskriminierung von HIV/Aids-betroffenen Personen verletzt. Dies muss sich ändern.
Die Weltaidskonferenz ermöglichte es Betroffenen, Aktivist/innen, Politiker/innen und Wissenschaftler/innen zusammen zu kommen, um gemeinsam an Strategien zur Bekämpfung von HIV/Aids zu arbeiten. Ein Prozess, der die verschiedenen Zugänge gegenüberstellte und ergänzen konnte. Für Jenny Boyce und Sr. Hedwig Vinyoh waren besonders der Austausch mit osteuropäischen und nicaraguanischen Expert/innen eine bereichernde Erfahrung. Dieser Dialog verstärkte die grenzüberschreitende Solidarität. „Alle Teilnehmer/innen der Konferenz geben ihr Bestes. Ihre Arbeit wird eine positive Wirkung für alle haben; auch für die Personen, die nicht bei der Weltaidskonferenz sein konnten", so Sr. Hedwig. Sie ist davon überzeugt, dass die Unterstützung der Dreikönigsaktion eine andere Art der Solidarität mit sich bringt. Es ist eine „liebevolle Art gemeinsam zu arbeiten, die einen ganzheitlichen Ansatz verfolgt", so Sr. Hedwig.
