SolidarEinsatz Südafrika

Die Rechte der südafrikanischer Farmarbeiterinnen zu stärken


Auf den großen Farmen in Südafrika arbeiten Farmarbeiterfamilien in vielen Fällen seit mehreren Generationen auf der jeweils selben Farm.

Ganzheitliche Gemeindeentwicklung

Einsatzort: Mariannridge, Durban

Mindestaufenthalt: 3 Monate

Mögliche Arbeitsfelder:

  • Gemeindeentwicklung mit Angeboten für Jugendliche und Erwachsene
  • Mülltrennung, Umgang mit Müll
  • Gesundheit-Workshops – Hygiene etc.
  • Kleingartenarbeit
 
Partnerorganisation:

Mariann Coordinating Committee - MCC
Mariannridge liegt etwa 40 km nördlich der Handelsmetropole Durban. Die Mehrheit der etwa 1.500 Familien zählt zur armen Bevölkerung. Viele Erwachsene können nicht oder kaum lesen und schreiben. Das Township Mariannridge wurde Mitte der siebziger Jahre als eine neue Siedlung unter der Apartheidgesetzgebung des Group Areas Act gegründet. Dieses Gesetz besagte, dass die Einwohner/innen Südafrikas nach rassischen Gesichtspunkten klassifiziert und entsprechend dieser Einteilung zwangsumgesiedelt werden. Dabei wurden gewachsene Gemeinden und Gemeinschaften zerstört, Familien auseinandergerissen, ökonomische Versorgungsstrukturen wie soziale Beziehungen zunichte gemacht. Das Mariann Coordinating Committee (MCC) ist in den 1980er Jahren von einer Gruppe engagierter Mitglieder der Gemeinden Mariannridge und Marianheights, Lehrer/innen, Krankenschwestern, Jugendlichen und Aktivist/innen gegründet worden, um die vielfältigen Probleme der Townships in Angriff zu nehmen. Die zahlreichen sozialen Probleme wirken sich auch auf die Lernfähigkeit der Kinder aus. Sexueller Missbrauch und Gewalt innerhalb der Familie sind alltäglich. Eine besondere Herausforderung stellt die Betreuung der AIDS Kranken dar, deren Zahl ständig zunahm. 

Aktuelle Ziele des Programms sind die Erziehung und Ausbildung der Kinder, soziale Entwicklung, Umweltbewusstsein und politische Beteiligung. MCC trägt durch Unterstützung beim eigenen Gemüseanbau und durch Förderung des Gesundheitsbewusstseins (vor allem zu HIV/Aids und TB) zur Verbesserung des Lebensstandards teilnehmender Haushalte bei. Der Laden der Kooperative, der von arbeitslosen Jugendlichen geführt wird, bietet leistbare Basiskonsumgüter. MCC ermöglicht die Beteiligung von Jugendlichen an Weiterbildung und Teilnehme an Lehrlingsprogrammen und fördert die Beteiligung der Gemeinde an demokratischen Prozessen durch Workshops, Treffen und Diskussionen.

Ländliche Entwicklung und Ernährungssicherheit, Kapstadt

Einsatzort: Kapstadt

Mindestaufenthalt: 4 Monate

Mögliche Arbeitsfelder:

  • Erstellen von Websiteinhalte und Publikationen, Pressearbeit, Verfassen von Reportagen
  • Dokumentation und Datenerhebung zu Landreform, Ernährungssicherheit, Selbstorganisation von Frauen in ländlicher Region, Landarbeitergewerkschaften, etc.
  • Jugend und Kultur
  • Genderthemen
  • Landwirtschaft
  • Müll und Recycling

 

Partnerorganisation:

Trust for Community Outreach and Education – TCOE
TCOE ist ein Zusammenschluss von sechs im Ausbildungsbereich tätigen Organisationen. Die Organisation wurde 1983 gegründet und arbeitet hauptsächlich im ländlichen Raum. TCOE zielt auf Empowerment von Gemeinden und die Stärkung von lokalen Organisationen und deren Führungsqualitäten. Die lokalen Gemeinden werden als Träger ihrer eigenen Entwicklung angesehen und organisieren sich rund um die von ihnen identifizierten Probleme wie ländliche Armut und Landrechte, Ernährungssicherung und Lobbying. 

Innerhalb von fünf Jahren wurden in mehr als 200 Dörfern Community Development Forums eingerichtet, Bauern und Bäuerinnen in Gruppen und Assoziationen in Eastern Cape, Limpopo und Western Cape organisiert, mehr als 400 Bauern und Bäuerinnen in umweltschonender Landwirtschaft ausgebildet, 20 Gruppen bei ihren Landforderungen rechtlich unterstützt, öffentliche Hearings und Kampagnen veranstaltet, Vertreter/innen der lokalen Bevölkerung in die Entwicklungsplanung der Lokalregierung einbezogen, Rechtsschulungen durchgeführt und Vernetzungsarbeit zwischen Regierungsstellen und Bevölkerung geleistet.

Menschenrechtsbildung und Empowerment von Jugendlichen

Einsatzort: Kapstadt

Mindestaufenthalt: 3 Monate

Mögliche Arbeitsfelder:

  • Arbeit mit Jugendlichen zu Menschenrechten und den Themen Xenophobie und Rassismus
  • Ausbildung der Jugendlichen zu "Peer Educators"
  • Workshops zum Erwerb von Lebens-und Führungskompetenzen
  • Nachmittagsbetreuung, Lernhilfe und Unterstützung bei der Arbeitssuche

 

Partnerorganisation:

Africa Unite - AU
Die Menschenrechtsorganisation Africa Unite befasst sich vor allem mit Menschenrechten, den Themen HIV/Aids, Xenophobie und Kriminalität. Die Organisation leistet Aufklärungsarbeit im Bereich Menschenrechte und zeigt Jugendlichen alternative Möglichkeiten der Beschäftigung durch Projektinitiativen und Weiterbildung auf. Das Programm beinhaltet auch Lernhilfe, Nachmittagsbetreuung und ganzheitliche psychosoziale Unterstützung von Kindern, die von Gewalt betroffen sind. 
Das Ziel von AU ist, eine Plattform für südafrikanische Jugendliche und Jugendliche mit Migrationshintergrund aus marginalisierten Gemeinschaften zu bilden, damit sie in moderierten Dialog treten können und gemeinsam an Projekten teilnehmen. So sollen die negativen sozialen und ökonomischen Auswirkungen von Marginalisierung, Arbeitslosigkeit und Armut angesprochen, Unterschiedlichkeiten als etwas Positives gesehen und Respekt für die Menschenrechte geschaffen werden.

Unterstützung von Farmarbeiterinnen

Einsatzort: Stellenbosch

Mindestaufenthalt: 3 Monate

Bedingung: Die Mitarbeit ist nur Frauen mit bereits zumindest fortgeschrittener universitärer Ausbildung möglich.

Mögliche Arbeitsfelder:

  • Datenanalysen
  • Recherche und Forschung
  • Website Updates
  • Unterstützung bei Workshops: Vorbereitung, Fotos, Berichte, etc.
  • Assistenz für Mitarbeiterinnen

 

Partnerorganisation:

Women on Farms Project
Auf den großen Farmen in Südafrika arbeiten Farmarbeiterfamilien in vielen Fällen seit mehreren Generationen auf der jeweils selben Farm. Vor der Demokratisierung gab es keine Gesetze in Südafrika, die die Anstellung der Arbeiter/innen regelten. Die Stellung kam der von Leibeigenen gleich. Heute nutzen Farminhaber Umstellungen in Produktion oder Verwaltung, um die Arbeiterfamilien je nach den kommerziellen Sachzwängen herumzustoßen oder auch von ihrem Land zu vertreiben.

Dabei werden die Farmarbeiterinnen nicht als eigenständige Arbeitskraft sondern als Anhängsel ihres Ehemannes, Vaters oder Bruders betrachtet und als jederzeit verfügbare flexible Reservearbeitskraft. Die Lebensbedingungen der Frauen sind daher extrem schwierig, sexueller Missbrauch häufig. Dazu kommen Gesundheitsrisiken wegen des Umgangs mit Chemikalien. Die Bezahlung von Farmarbeiter/innen auf den Weinfarmen in Alkohol ist zwar verboten, wird aber dennoch praktiziert und führt zu Alkoholismus.
Mit der Marktöffnung Südafrikas hat zudem die Zahl der weiblichen Arbeitskräfte in der Agrarindustrie stark zugenommen. Sie sind meist als Saisonarbeiterinnen mit prekären Arbeitsverträgen angestellt und haben wenige Kenntnisse über ihre Rechte.

Women on Farms Project unterstützt Frauen, die auf kommerziellen Farmen arbeiten. Die Organisation sieht ihre Aufgabe darin, diese Farmarbeiterinnen zu stärken und durch Information und Fortbildung in der Wahrnehmung ihrer Rechte und in der Verbesserung ihrer Lebensbedingungen zu unterstützen. WFP hat außerdem eine Farmarbeiterinnengewerkschaft namens „Sikhula Sonke“, aufgebaut, die seit 2008 selbständig agiert.