dt / en / es / por
  • Über uns
  • Themen
  • Bildung
  • Presse
  • Projekte
  • Aktiv werden
  • Dein Projekt
  • Sternsingen

Österreichs Bischöfe fordern Indigenenrechte in Brasilien ein

Solidaritätserklärung der Kirche mit den von Landraub und Gewalt bedrohten Amazonas-Völkern - Politik in Österreich und Europa soll sich für Menschenrechte in Brasilien einsetzen

Eisenstadt, 11.11.2016 (KAP) Die österreichischen Bischöfe haben die Bundesregierung und die europäischen Institutionen aufgerufen, alle zur Verfügung stehenden diplomatischen und politischen Mittel zu nutzen, um indigene Völker und deren Rechte zu schützen. Besonders die von Landraub durch Konzerne bedrohten Ureinwohner Brasiliens bräuchten internationalen Beistand gegen rücksichtslose Gewalt, erklärten die Kirchenvertreter am Ende ihrer Herbstversammlung in Eisenstadt. Die Bischofskonferenz solidarisiere sich mit dem Anliegen der Amazonas-Völker und unterstütze ihr Eintreten für Gerechtigkeit.

Als Beispiel verwiesen die Bischöfe auf die Guarani-Kaiowa im brasilianischen Bundesstaat Mato Grosso do Sul. Das Volk, das schon seit dem 19. Jahrhundert Gewalt und Vertreibung ausgesetzt sei, kämpfe seit über 40 Jahren um eine Wiedergewinnung seines Landes. Heute nehme die Bedrohung durch das "Landgrabbing" immer mehr zu, sodass die Kaiowa ihr seit 2011 bestehendes Recht zur Abgrenzung (Demarkation) ihrer Gebiete de facto nicht mehr umsetzen könnten. Die Situation sei kein Einzelfall, betonte unlängst der lange Jahre vom Amazonas-Bischof Erwin Kräutler geleitete Indianermissionsrat (CIMI) der brasilianischen Bischofskonferenz.

Um Gewalt und Vertreibung der indigenen Völker zu verhindern, möge Brasiliens Regierung die Demarkation wieder aufnehmen, so der Wunsch der Bischöfe. Österreichs Politik sowie auch das Europäische Parlament sollten sich dafür aktiv einsetzen, auch unter Zuhilfenahme der internationalen Menschenrechtsinstrumente der UNO. Stärkeres Augenmerk forderten die Bischöfe auch auf Menschenrechtsschutz in Handels- und Investitionsschutzabkommen. "Es braucht nationale und internationale Regelwerke, die Menschenrechtsverletzungen durch transnationale Unternehmen unterbinden und ahnden sowie im Schadensfall Opfern Zugang zu Entschädigung ermöglichen", so die Erklärung.

Dankend übernommen von www.kathpress.at

Zur Erklärung der Bischofskonferenz

 

 

 

 

Eine Delegation von indigenen Führungspersonen verschiedener Völker tourte Ende September durch Europa, um auf die katastrophale Lage der indigenen Völker in Brasilien aufmerksam zu machen. Zwei Vertreter - Elizeu Lopes, selber Guarani-Kaiowa und Falvio Vicente Machado, Vertreter des Rates der brasilianischen Bischofskonferenz für indigene Völker (CIMI) - waren auf Einladung der Dreikönigsaktion der Katholischen Jungschar und FIAN in Wien, wo sie auch von Kardinal Schönborn empfangen wurden.