Sternsingerauftritte planen

Drei Sternsinger bereiten sich auf das Sternsingen vor

Sternsinger/innen bereiten sich vor. Foto: Markus Leodolter

Sternsingen ist eine Tradition


Es ist eine großartige Leistung, die Sternsingeraktion in der Pfarre jährlich zu planen und zu organisieren. Immer wieder kommen neue Herausforderungen hinzu: Die Planung wird von neuen Personen übernommen, es kommen neue Siedlungsgebiete dazu oder es verändert sich etwas Anderes im Umfeld. 

Fragen zum traditionellen Sternsingen

Haben wir alles, was wir brauchen?

Für das Sternsingen ist einiges an Material nötig: Gewänder, Kronen, Sterne, Kassen. Ist alles ausreichend vorhanden und in gutem Zustand? Werden z. B. neue Gewänder benötigt, ist das frühzeitig zu planen (siehe Schnittmustermappe). Auch die gedruckten Unterlagen zur Sternsingeraktion sollten rechtzeitig verfügbar sein: Sind genug Unterlagen vorhanden? Muss etwas beim diözesanen Jungscharbüro nachbestellt werden?


Wann sind die besten Zeiten für das Sternsingen?

An welchen Tagen und Zeiten erreichen wir die meisten Menschen zu Hause? Das kann jedes Jahr (wegen der Feiertage) und in jeder Pfarre anders sein. Bitte die Zeiten (Tage, Uhrzeiten) für das Sternsingen gut überlegen und Erfahrungen der Vorjahre einbeziehen. 

Tipps aus den Pfarren:

  • In „Sternsingerfreundlichen“ Gebieten zu günstigen Zeiten 

  • Vormittags eher Büros, Geschäfte, Bahnhof, Arztpraxen etc. und nachmittags Privathaushalte besuchen

  • Abends mit älteren Kindern und Jugendlichen, z.B. in Lokalen und Restaurants

  • Auch nach dem 6. Jänner gehen (liturgisch erlaubt!), wenn die Leute, aber auch viele Sternsingerkinder, wieder aus dem Urlaub zurück sind.

  • Möglichkeit anbieten, bei Abwesenheit Sternsingergruppe nachträglich zu „bestellen“ (über eine Telefon-Hotline)

  • Zeiten gut sichtbar ankündigen: Sternsingerplakat zum Ausfüllen, Pfarrbrief, „Schwarze Bretter“ in Häusern, Lokalmedien 


Was sind die besten Sternsingerrouten?

Welche Routen haben sich bewährt? Gibt es Änderungen zum Vorjahr? Die Einteilung der Routen ist wichtig, vor allem wenn neue Siedlungsgebiete dazu kommen oder Pfarren zusammengelegt werden. Viele Pfarren nutzen dafür im Internet verfügbare Geodaten (je nach Bundesland unterschiedlich). Nicht vergessen, auch Stationen für Pausen und Verpflegung einzuplanen!

Abseits der Routen zu Privathaushalten ist es oft sinnvoll, die Menschen dort aufsuchen, wo sie sich befinden, z. B. an den Arbeitsstätten, in Geschäften, in Einkaufszentren, Bürohäusern, an touristischen Orten, in der Gastronomie, etc.


Was tun, wenn niemand zu Hause ist?

Dann bitte den Flugzettel mit Erlagschein (wenn vorhanden, auch den Segenskleber) in ein Sternsingerkuvert stecken und im Postkasten hinterlegen. Die Materialien bitte nicht vor die Türe legen (außer die Begleitperson weiß, dass dies - wegen Signal an potentielle Einbrecher/innen - unproblematisch ist).


Fragen zu anderen Formen des Sternsingens

Sternsingen an belebten Stellen

Wenn die Leute nicht zu Hause sind, kann man ihnen den Segen dorthin bringen, wo sie anzutreffen sind: Einkaufsstraßen, Geschäfte, Hauptplatz, Wochenmarkt , Cafés und Gasthäuser, Firmen, Büros, Fabriken, Bushaltestellen oder Bahnhöfe.

An öffentlichen Plätzen ist es vorteilhaft, wenn mehr als eine Sternsingergruppe im Einsatz ist oder diese musikalische Unterstützung von Jugendlichen, Erwachsenen und/oder Instrumenten erhält. Es sollten auch mehrere Kassen vorhanden sein, um damit auszuschwärmen.


Das Platzsingen

Wenn z. B. in einem großen Siedlungsgebiet zu wenige Kinder da sind, um von Haus zu Haus zu gehen, haben manchen Pfarren das Platzsingen eingeführt: Die Leute werden zu festgelegter Zeit an einen Begegnungsort geladen. Dort gibt es dann ein kleines, feines Programm, das unterschiedlich gestaltet werden kann: Sternsingerlieder und -sprüche, ein Infostand, Tee und Kekse, usw. Eine Pfarre hat auch schon einmal ein echtes Lama als Attraktion dabei gehabt.

Die Idee des Platzsingens bietet sich abgewandelt auch für neue Siedlungen (als Willkommensempfang), für regionale Veranstaltungen, den Hauptplatz des Ortes oder auch den Bahnhof (oder sogar den Flughafen) an.


Sternsingen bei Firmen

Sowohl Firmenleitungen als auch die Belegschaft empfangen die Heiligen Könige oft gerne. Wegen der Weihnachtsurlaube findet das öfter auch erst nach dem 6. Jänner statt. Auf jeden Fall muss vorher angefragt (telefonisch und per Brief), ein Termin vereinbart und der Ablauf besprochen werden.

Sternsingerbesuche in Firmen laufen meist so ab, dass die Sternsinger/innen zuerst bei der Geschäftsführung singen und dann weiter zu den Mitarbeiter/innen gehen, oder der Auftritt findet gleich vor der versammelten Belegschaft statt. Oft halten auch Geschäftsführung und Sternsingerverantwortliche/r ein kurzes Statement. 

Neben den Spenden der Mitarbeiter/innen gibt es oft auch eine größere Firmenspende, für die ein Beleg benötigt wird (Hinweis auf steuerliche Absetzbarkeit!).


Besuch in öffentlichen Einrichtungen

Auch Krankenhäuser, Seniorenheime, Sozialeinrichtungen, Ämter, aber auch Feuerwehr, Rettung und Polizei  freuen sich über einen Besuch der Sternsinger/innen.

Im Vorfeld mit der Leitung einen Termin vereinbaren und den Ablauf kurz absprechen. Es bietet sich an, mit mehreren Gruppen zu gehen, damit es für eine Gruppe nicht zu anstrengend wird. Die Sternsingerkinder sollten auch auf die konkrete Situation, z. B. kranke Menschen, vorbereitet werden. 


Die spezielle Tour durch Abendlokale

Ein besonderes Erlebnis für Jugendliche (und Erwachsene) ist die Sternsingertour durch die abendliche/nächtliche Lokalszene. Zustimmung des Chefs/der Chefin einholen, dann wird die Musik abgedreht und es können Lieder und Sprüche präsentiert, Flugzettel verteilet und gesammelt werden (idealerweise mit mehreren Kassen).


Bei Menschen mit Migrationshintergrund

Die Segenswünsche für das neue Jahr werden oft auch Menschen überbracht, die einen anderen religiösen und kulturellen Hintergrund haben und das Sternsingen nicht kennen - in Wohnungen, Geschäften, Kulturvereinen. Zusätzlich zum Sternsingerflugzettel gibt es fremdsprachige Infoblätter als Kopiervorlage (A5, in 8 Sprachen), um das Sternsingen zu erklären.


Sternsingen in Tourismusregionen

Für Menschen, die zu Besuch in Österreich sind, ist das Sternsingen als authentisches Brauchtum eine echte Attraktion. Beim Sternsingerauftritt können auch - zusätzlich zum Sternsingerflugzettel - fremdsprachige Infoblätter über das Sternsingen in mehreren Sprachen verteilt werden.

Der Besuch in Hotels und Pensionen erfolgt in Absprache mit den Besitzer/innen (eher in der Früh oder am Abend). In Skihütten und Gaststätten ist die Mittagszeit passend -  am Abend gehen Jugendliche/Erwachsene oft noch in die Après-Ski-Lokale. Sternsingergruppen wurden auch schon öfters auf Skiern und vor den Liftkassen gesehen.