Das Matthäusevangelium spricht von "Magiern aus dem Morgenland" (oder "Sterndeutern aus dem Osten"). Ihre astronomischen Berechnungen hatten sie nach Bethlehem zum Heilsereignis der Geburt Jesu geführt. In den frühchristlichen Kunstwerken wurden zwischen zwei und zwölf Personen dargestellt. Papst Leo der Große legte fest, dass die drei Gaben auf drei Überbringer hinweisen.
Der Stern von Bethlehem könnte einer Theorie von Johannes Kepler zufolge eine spezielle Konstellation von Jupiter und Saturn gewesen sein: Die Laufbahnen dieser zwei Planeten waren so nahe aneinander, dass sie den Eindruck eines einzelnen, besonders strahlenden Sternes ergaben.
Die Gaben der Heiligen Drei waren kostbarste Handelsgüter und Geschenke für Könige. Weihrauch und Myrrhe sind wohlriechende Harze und wurden bei kultischen Handlungen verwendet - der aufsteigende Rauch symbolisiert die Gebete. Die "Legenda aurea" von Jakobus a Voragine (mittelalterliche Sammlung von Heiligenlegenden) spricht davon, dass die Könige Gold opferten wegen der Armut Marias, Weihrauch, um den bösen Geruch des Stalles zu vertreiben, und Myrrhe, um die Glieder des Kindes zu stärken.
Caspar (Persisch, "Schatzmeister"), Melchior (Hebräisch, "Mein König ist Licht") und Balthasar (Babylonisch, "Schütze sein Leben") wurden erst im 5. Jhdt. zu den "Heiligen Drei Königen". Jeder von ihnen stand für einen der damals bekannten Erdteile Afrika, Asien und Europa. Der Kontakt mit dem Orient macht im 16. Jahrhundert "Kaspar" zum dunkelhäutigen König, wobei es hier regional unterschiedliche Überlieferungen gibt. Die Könige verkörpern der Legende nach auch die drei Lebensalter: Jüngling, Mannesalter und Greis.
Die Heiligen Drei Könige hatten in der Volksfrömmigkeit des Mittelalters eine große Bedeutung. Ihrer beschwerlichen Reise wegen wurden sie auch als Schutzpatrone der Reisenden verehrt. Wer reiste, erbat ihren Schutz. Die Heiligen Drei wurden auch gegen Feuer, Diebstahl und Krankheit angerufen.
Die szenische Ausgestaltung der Heiligenverehrung schlug sich in Dreikönigsumzügen, -spielen und -singen nieder. Das Sternsingen diente bereits damals dazu, die Not der Menschen zu lindern. Ab dem 16. Jhdt. war der Brauch den Schüler/innen, Studenten und Handwerksburschen vorbehalten, die mit den Spenden für ihre Darbietung ihre materielle Not linderten. In der Zeit der Aufklärung wurde der Brauch zwar verboten, er blieb jedoch in den Alpentälern immer lebendig.

C+M+B (das dritte + steht über dem M) und das aktuelle Jahr schreiben die Sternsinger/innen mit geweihter Kreide an die Tür. Es bedeutet "Christus mansionem benedicat", übersetzt "Christus segne dieses Haus", und soll Frieden und Segen für das kommende Jahr bringen. Daneben gibt es einige andere Interpretationen des CMB, wie z.B. "Caspar, Melchior und Balthasar". Die drei Kreuze stehen für die Dreifaltigkeit.
Früher galt der Dreikönigssegen als Schutz gegen "Zauberey", geweihtes Dreikönigswasser wurde gegen Krankheiten verabreicht und auf die Felder gesprüht. Es hieß, dass jene Felder, über welche die Sternsinger gehen, doppelte Ernte tragen.
Die Katholische Jungschar hat im Winter 1954/55 das Sternsingen aufgegriffen, um auf Anfrage von Karl Kumpfmüller, erster und langjähriger Direktor der MIVA, "ein Motorrad für die Mission" zu finanzieren. Begeisterung und Resonanz in der Bevölkerung übertrafen alle Erwartungen: Die Wunden des Krieges waren in unserem Land noch nicht zur Gänze verheilt. Trotzdem war die Hilfsbereitschaft der Österreicher/innen gewaltig: 42.243,69 Schilling (€ 3.070,-) wurden ersungen. Der Startschuss war geglückt und die Katholische Jungschar erfüllt bis heute in 98 % aller Pfarren einen alten Brauch mit neuem Sinn: Die befreiende Botschaft des Evangeliums zu verkünden und an einer gerechten Welt mitzuwirken.
