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STERN-STUNDEN für den vorweihnachtlichen Unterricht

Unterrichtsmodell für 11-13jährige zur Sternsingeraktion 2012

Von Eva Seifried

Erste Unterrichtseinheit: Was die Sternsinger/innen alles bringen

Einstieg:

Der/die Lehrer/in bringt zwei nette Geschenkspackerl mit. Eines davon ist leer, das andere hat vier Zitate von Sternsinger-Kindern zum Inhalt.
Lehrer/in: „Diese Geschenke sind gerade für uns abgegeben worden, nun wollen wir gemeinsam hineinschauen, was drinnen ist!“
Zuerst wird das Packerl ausgewickelt, das ohne Inhalt ist.
Wie reagieren die Kinder darauf: enttäuscht, verärgert, mit Unverständnis… Normalerweise soll ein Geschenk Freude bereiten, aber warum schenkt uns jemand ein Packerl, das leer ist, was hat das für einen Sinn? Kinder stellen ihre Vermutungen an.
Fazit: Vielleicht soll erst von uns etwas hineingegeben werden?
Nun wird das zweite Packerl ausgewickelt:
Folgende Zitate sind darin und werden vorgelesen. Die Kinder sollen erraten, von wem hier die Rede sein könnte.

  1. „Ich gehe schon seit drei Jahren mit und bin immer wieder überrascht, wie sehr sich die Leute über unseren Besuch freuen.“ Matthias, 12 Jahre, Salzburg

  2. Ich habe toll gefunden, dass wir mit einem Kleinbus versorgt wurden, zu essen und zu trinken bekommen haben, denn es war schon sehr anstrengend!“ Anna, 10 Jahre, Wien

  3. „Ich war erst einmal dabei, aber ich gehe sicher wieder, weil es ein gutes Gefühl ist, anderen auf diese Weise zu helfen.“ Silke, 8 Jahre, Kärnten

  4. „Am liebsten trage ich den Stern, aber lustig ist einfach das Zusammensein mit der Gruppe und dass man in so viele verschiedene Häuser kommt.“ Dominik, 11 Jahre, Tirol

Die Antwort ist sicher bald erraten, um wen es sich dabei handelt.

Hauptteil: Lehrer-Schüler/innen-Gespräch: Was sind eigentlich Sternsinger/innen?

Impulsfragen:
Wozu machen sie das? Warum verkleiden sie sich als Könige? Wer hat das selbst schon erlebt? Warum gehen junge Menschen freiwillig von Haus zu Haus und singen dort Lieder und sagen Sprüche auf? Was bringen Sternsinger/innen den Menschen?
Die Schüler/innen erzählen alles, was sie über das Sternsingen wissen.

Zum Schluss wird zusammengefasst:
Die Sternsinger/innen erinnern uns an eine Erzählung aus der Bibel: Drei Könige machen sich, geleitet von einem Stern, daher auch der heutige Name „Sternsinger/innen“ auf, um einen neugeborenen König zu suchen. Sie finden ihn in Einfachheit und Armut, nicht in Glanz und Glimmer. Das bedeutet, schon von Anfang an steht Jesus auf die Seite derer, die wenig haben, die arm sind, denn er ist als einer von ihnen geboren worden.
Das ist auch der Sinn der Sternsinger/innen heute: sich für Menschen einzusetzen, die sehr wenig haben, oft nicht einmal genug zu essen. Sie verkleiden sich extra dafür und schlüpfen in die Rolle der Könige. Sie bringen Freude (=Geschenke) in die Häuser durch ihren Gesang, ihre Verkündigung und ihren Segen: „Christus mansionem benedicat – Christus segnet diese Haus“. Sie werden willkommen geheißen in den Häusern, so bekommen sie die Freude, die sie bringen, zurück. Sie erleben eine schöne Gemeinschaft miteinander. Sie sammeln für benachteiligte Menschen und unterstützen damit weltweit Projekte. Sie erfahren etwas über andere Länder, dieses Jahr über die Philippinen.

Vertiefender Arbeitsauftrag:
Gegenseitiges Geben und Nehmen.
Es gibt auch Geschenke, die man nicht angreifen kann, die aber genauso wichtig sind.
Was könnten dies für Geschenke sein?
Jede/r erhält nun mehrere Papiersteifen und schreibt auf, was Sternsingen anderen Menschen und sich selbst bringen und geben kann! Die Schüler/innen können alle Gedanken verwenden, die zuvor besprochen wurden.

Das leere Packerl füllen mit all dem, was Sternsinger/innen als „Geschenke“ in die Häuser bringen.
Das Packerl mit den Zitaten ist für alles reserviert, was Sternsinger/innen selbst Positives erleben.
Zum Schluss werden alle Vorschläge vorgelesen und die Packerl damit gefüllt.

Schluss:

Aber haben die Könige nicht drei Geschenke gebracht? Das dritte werden wir nächste Stunde besprechen! Da machen wir eine kleine Reise auf die Philippinen!

 

Zweite Unterrichtseinheit: Reisbauern/bäuerinnen auf den Philippinen

Einstieg:

Lehrer/in bringt drei Geschenkspackerl mit. Die beiden schon bekannten dienen als Anknüpfungspunkt zur letzten Stunde: kurz wird wiederholt, was den Sinn des Sternsingens ausmacht.
Anschließend wird das dritte Packerl geöffnet: Es enthält ein Glas mit Reiskörnern und einzelne Informationen zu den Reisbauern auf den Philippinen. Diese sind auf einzelne, nummerierte Papierstreifen geschrieben, sodass die Kinder diese der Reihenfolge nach öffnen, vorlesen und ordnen können. Wenn man diese auf ein Plakat kleben möchte, müssen sie zuvor vergrößert kopiert werden.

Hauptteil:

Zuerst wird der Reis besprochen.
Wo kommt er her? Wie wird er angebaut? Was hat Reis mit dem Sternsingen zu tun?
Die Antworten stehen in den folgenden 6 Kurzinfos: Die Kinder lesen die Texte der nummerierten Papierstreifen nacheinander vor. Die Streifen werden anschließend auf ein großes Papier geklebt, es entsteht automatisch ein Info-Plakat zu den Philippinen, das auch für eine Aktionsidee zugunsten der Sternsingerprojekte in der Schule verwendet werden kann.
Vorschlag für eine Überschrift: Sternsingen für die Reisbauern auf den Philippinen!
Das Wort „Stern“ wird gezeichnet und am Ende der Stunde mit Reiskörnern beklebt.

  1. Die Philippinen liegen in Südostasien, östlich von Vietnam und südlich von Taiwan. Sie sind ein Inselstaat von genau 7107 Inseln. Dort leben rund 100 Millionen Menschen. In der Hauptstadt Manila und rundherum leben etwa 12 Millionen Menschen. Rund 80% sind Katholiken, die Religion spielt eine große Rolle für die Menschen.
    Eigentlich sollten die philippinischen Kinder sechs Jahre in eine Grundschule gehen. Wegen der Armut können sich viele Familien aber den Schulbesuch ihrer Kinder nicht leisten. Viele Kinder müssen schwer arbeiten und manche leben sogar auf der Straße.

  2. Die Philippinen sind ein Agrarland. Jede dritte Person ist in der Landwirtschaft tätig. Die Armut, besonders auf dem Land, ist extrem groß. Der finanzielle Reichtum des Landes ist äußerst ungleich verteilt. Es gibt eine kleine sehr reiche Oberschicht und viele Menschen, die nicht einmal einen Euro pro Tag zum Leben haben.
    Ein großes Problem stellt auch die massive Abholzung der Wälder dar. Die Folgen sind: viele vom Aussterben bedrohte Tier- und Pflanzenarten, Bodenerosion, unfruchtbare Böden und Überflutungen.

  3. Diese Reiskörner stammen von den Philippinen. Die Menschen essen dort Reis, wie wir das Brot, als Grundnahrungsmittel. Er wird morgens, mittags und abends gegessen. Reis ist dort also sehr wichtig.
    Um mehr Reis zu erwirtschaften, wurde den Reisbauern von der Regierung vorgeschrieben, neue Reissorten anzubauen. Sie versprach den Bauern, dadurch würden sie eine bessere Ernte haben und mehr verdienen. Dieser neue Reis wurde in den Labors von großen Konzernen entwickelt. Viel Geld wurde dafür ausgegeben.

  4. Die Bauern mussten diesen neuen „Superreis“ aber zuerst teuer kaufen. Auch spezielle Techniken für den Anbau und die Bewässerung, sowie teure Chemikalien zum Düngen und um das Unkraut zu vernichten, mussten angeschafft werden. Der Schuldenberg der Bauern wurde immer höher!

  5. Durch den Einsatz der giftigen Stoffe starben viele Tiere und Pflanzen, die den Menschen sonst auch als Nahrung dienten. Viele der ursprünglichen alten Reissorten sind verloren gegangen, weil alle den teuren „Superreis“ anbauten. Doch trotz des höheren Ertrages durch den neuen Reis wurden die Reisbauern immer ärmer!

  6. Aber warum? Weil nun alle Bauern diesen neuen Superreis anbauten, gab es ein Überangebot an Reis und Bauern/Bäuerinnen erhielten weniger Geld für ihre Reisernte. So konnten sie ihre Schulden nicht zurück zahlen. Sie mussten sogar neue Schulden machen, denn die Kosten für die neue Saat waren sehr hoch. Zusätzlich mussten sie Lebensmittel erwerben, denn die Tiere und Pflanzen, die sie sonst aßen, wurden durch die Chemikalien vernichtet. Für den täglichen Bedarf an Reis blieb viel zu wenig übrig. So wurden die Menschen von Jahr zu Jahr ärmer und hungerten sogar, obwohl sie eigentlich an der Quelle der Nahrung saßen.

 

Vertiefung:

Ein Reiskorn für eine Idee: Was können die Philippinos tun? Was können wir tun?
Der/die Lehrer/in hebt nun das Glas mit den Reiskörnern. Was könnte man tun, damit wieder Gerechtigkeit herrscht? Wer hat eine Idee? Wer eine gute Antwort nennt, bekommt einige Reiskörner, mit denen der Stern auf dem Plakat beklebt wird!

Beispiele:

  • Die Bauern sollen wieder alte Reissorten anpflanzen.
  • Die Saat sollen sie gratis bekommen.
  • Teure und aggressive Chemikalien sollen nicht mehr eingesetzt werden. Der Lebensraum für Pflanzen und Tiere wird dadurch wieder hergestellt.
  • Wir können die Sternsingerprojekte unterstützen
  • Wir können selbst Sternsingen gehen
  • In der Schule Aktionen zugunsten der Projekte setzen z. B. Reisbuffet

 

Abschluss:

Als Abschluss wird auf die kommende Sternsingeraktion hingewiesen und auf die Möglichkeit, dass die Kinder dabei mitmachen können. Außerdem können die „Sternsinger/innen-News“, der Kinderfolder zur Sternsingeraktion 2012, und/oder Infozettel der Pfarre, die zum Mitmachen einladen, ausgeteilt werden. Es kann auch konkret eine Schulaktion geplant werden (siehe eigenes Modell).

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Ziele:

  • Den Schüler/innen den Sinn von Geben und Nehmen und der Sternsingeraktion näher bringen;
  • Probleme des Projektlandes kennen lernen;
  •  Schüler/innen zu einer Sternsingeraktion motivieren;


Zielgruppe :
11-13 jährige Mädchen und Buben

Zeit:
Zwei Unterrichtseinheiten

Material:
Für die erste Einheit: Zwei nett verpackte Geschenkspackerl. Eines davon ist leer, das andere ist mit vier Zitaten (siehe unten) gefüllt, Papierstreifen und Stifte.
Für die zweite Einheit: Drei Geschenkspackerl, die beiden der letzten Stunde, und ein Drittes, das gefüllt ist mit einem Glas voller Reiskörner und Informationen über philippinische Reisbauern (s.u.), ein großes farbiges Papier für ein Plakat, Klebstoff, Weltkarte oder Globus.

Thematische Anknüpfung an den Lehrplan: Feste feiern; Brauchtum im Kirchenjahr; solidarisches Handeln mit dem Nächsten.