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STERN-STUNDEN für den vorweihnachtlichen Unterricht

Unterrichtsmodell für 8-10jährige zur Sternsingeraktion 2012

Von Eva Seifried

1. Unterrichtseinheit: Der Stern erzählt - eine Geschichte zum Mitmachen

Einstieg:

Der/die Lehrer/in heftet zu Beginn der Stunde einen großen Stern an die Tafel. Die Kinder werden aufgefordert zu erzählen, was sie über Sterne wissen: Was ein Stern kann und welche Bedeutung Sterne für uns Menschen haben etc. (z.B. leuchten am Himmel, erzeugen besondere Sternenbilder, sie sind uralt, können explodieren, sind Wegweiser und daher wichtig für die Orientierung, auch Festzeiten werden nach ihnen berechnet, Sternzeichen, ...).
Die Wortmeldungen werden in Stichworten rund um den Stern auf die Tafel geschrieben und ergänzt.

Abschluss durch den/die Lehrer/in:
Auch der große Stern hier an der Tafel, hat eine besondere Bedeutung, er ist ein sogenannter „Königs-Stern“. Er wird uns nun von einer Begebenheit erzählen, die sich vor etwa zweitausend Jahren zugetragen hat und bei der ihr jetzt mitmachen könnt!

Hauptteil: Eine Erlebniserzählung

Während die Kinder einen Sesselkreis herrichten, werden die Umrisse des Sterns an der Tafel nachgezeichnet und der Stern in die Hand genommen: Alle sitzen im Sesselkreis, der dann auch gleich für das erste Spiel gebraucht wird. Der/die Lehrer/in erzählt phantasievoll in Ich-Form (aus der Sicht des Sterns) die Reise der drei Weisen aus dem Morgenland, z.B. so …

„Ich bin ein Stern und erzähle euch jetzt, was ich vor 2000 Jahren spannendes erlebt habe:
Damals war es üblich, dass an Königshöfen besonders kluge Männer lebten. Solche brauchte ein König, damit er sich mit ihnen in wichtigen Angelegenheiten beraten konnte. Es wohnten nun an unterschiedlichen Höfen drei weise und geachtete Gelehrte. Sie kannten sich gut aus mit den Zeichen des Himmels. Deshalb wurden sie auch Magier genannt. Als sie mich eines Nachts am Himmel entdeckten, ihr könnt mir glauben, ich strahlte unglaublich hell, war für sie klar, sie mussten losziehen und sich von mir führen lassen. Denn sie glaubten, nein sie wussten, dass ich die Geburt eines besonderen Königs anzeigte. Und weil ich so riesig und so strahlend war, musste das natürlich ein ganz besonderer Herrscher sein. Diesem neuen König wollten sie huldigen. Auf ihrer Reise erlebten die drei Magier viel Anstrengendes und Lustiges, Trauriges und Schönes. Bei einigen dieser Erlebnisse dürft ihr nun dabei sein.“

Die Kinder werden ab nun spielerisch in die Erzählung mit einbezogen.

Kreisspiel: Ein Zimmer für die Könige
„Auf ihrer Reise taten sich auch die Könige oft schwer eine Herberge zu finden. Wir wissen, dass schon Maria und Josef damit gewaltige Probleme hatten, denn so viele Quartiere gab es damals noch nicht …“

Ein Kind spielt eine/n Diener/in und wird auf Zimmersuche geschickt. Die anderen Kinder sitzen im Kreis. Der/die Diener/in geht nun von einem zum anderen und fragt: „Hast du ein Zimmer für die drei Könige?“ Der/die Angesprochene denkt sich eine kurze Antwort aus. (z.B. „Siehst du nicht, wie voll es hier ist?“ oder „ Nur wenn du mit Gold bezahlst.“ oder „Heute haben wir leider kein Zimmer frei!“ oder „Ja habe ich, hoffentlich kannst du schlafen bei dem hellen Stern!“ oder „Eine Herberge für Könige sind wir aber nicht!“)
Wenn in der Antwort die Schlüsselwörter: GOLD oder STERN oder KÖNIG fallen, müssen alle die Plätze wechseln und der Diener hat die Chance, ein „Zimmer“ zu ergattern. Das Kind, das seinen Platz verloren hat, ist nun der Diener oder die Dienerin.

Dabei auf die Zeit achten, denn die Erzählung ist ja noch nicht zu Ende, die Weisen müssen schließlich weiterziehen und ihr Ziel erreichen.

„Als die Könige sich nun ausgeruht hatten, ging die lange Reise auf der Suche nach dem neugeborenen König weiter. In der Hauptstadt Jerusalem angekommen, passierte ihnen etwas Seltsames. Sie sind, wie ihr euch denken könnt, nicht gerade unauffällige Reisende, schließlich haben sie viel Gepäck, Dienerschaft und ihre Kamele dabei. Auch sahen sie sehr vornehm aus. So blieben sie natürlich nicht unbemerkt und so kam es, dass sie von König Herodes in den Palast eingeladen wurden. Der interessierte sich in Wirklichkeit nicht im Mindesten für die drei Weisen, er wollte sie nur aushorchen, um zu erfahren, wo dieser neue König zu finden sei. Denn seine Absicht war, diesen königlichen Konkurrenten zu beseitigen. Doch in der Nacht hatten die Könige einen ungewöhnlichen, einen göttlichen Traum, der sie davor warnte, diesen Ort zu verraten. So erkannten sie, was einen guten König ausmacht und was einen schlechten. Nun war klar, dass die Könige ihren Heimweg nicht über Jerusalem antreten würden, denn Herodes führte eindeutig Böses im Sinn. Aber dieser neue König, der jetzt geboren wurde, würde anders herrschen als Herodes.“

Wörterspiel: Guter-schlechter König
Die Kinder werden in zwei Gruppen aufgeteilt. Diese nennen abwechselnd (nach einer Reihung innerhalb der Gruppen, dazu stehen die Kinder in einer Reihe) Eigenschaften für eine/n gute/n oder schlechte/n Herrscher/in (z.B. gerecht, weise, geduldig, friedliebend vs. gewalttätig, grausam, herrschsüchtig, ungerecht). Die Antworten müssen jeweils innerhalb von 10 Sekunden erfolgen.

Spielvariante 1: Wer nach 10 Sekunden keine Antwort weiß, setzt sich auf den Boden und lässt die anderen weiter spielen. Die Gruppe hat gewonnen, in der am meisten Teilnehmer/innen übrig bleiben.

Spielvariante 2: Das Wörterspiel kann auch ohne die Teilung in zwei Gruppen und ohne Niedersetzen durchgeführt werden.

„Schließlich haben die Könige ihr Ziel erreicht. In Betlehem angekommen, suchen sie noch den Ort, den ich ihnen den ganzen langen Weg angezeigt habe. Es ist sehr ungewöhnlich, denn der neue König wurde nicht in einem Palast geboren, sondern in einem Stall und er liegt in keiner goldene Wiege, sondern in einer Futterkrippe für Tiere. Ein König wird hier geboren in Armut und Einfachheit.
Die drei Könige sind dennoch überwältigt. Denn das Kind strahlt eine Liebe aus, die sie noch nie zuvor gespürt haben. Sie knien vor ihm nieder und sie übergeben ihre kostbaren Geschenke: Gold, Weihrauch und Myrrhe.“

Geschenke für Jesus:
Die Kinder sollen Dinge mit den Buchstaben G, W oder M nennen, die sich als Geschenke für ein Baby eignen können. Sie sollen daran denken, dass es hungrig ist, etwas zum Anziehen benötigt und wenn es älter wird, spielen möchte etc.
(z.B. Gutschein für Kindergewand, Geld, gutes Essen, Windeln, Wickeltisch, Wiege, warme Decke, Milchflasche, Mantel, Malsachen, …. )

Wenn die Kinder nichts mehr wissen, bedankt sich der Stern bei den Kindern, die so gut zugehört und mitgemacht haben. Er wird im Raum an einer gut sichtbaren Stelle angebracht und bleibt dort bis zur nächsten Unterrichtseinheit.

 

2. Unterrichtseinheit: Die Sternsinger/innen zeigen uns, wie es anderen Kindern geht.

Der Stern der letzten Stunde wird an die Tafel geklebt.
Er erzählt uns heute eine andere Geschichte, diese führt uns in die Gegenwart, hört nun gut zu:
(Wer möchte, kann wie bei einer Pantomime einfache Bewegungen dazu machen, die Kinder vollziehen diese nach. Im Text sind die geeigneten Wörter unterstrichen.)

Der goldene Halm – Eine Reismärchen von den Philippinen

Eines Tages saß die junge Agmay an einer Bergquelle. Traurig ließ sie ihre Füße im Quellwasser hängen. Ihre Familie war abhängig von einem grausamen Großgrundbesitzer, der sie wie Tiere arbeiten ließ. Ihre Mutter lebte nicht mehr. Wie lange würde ihr Vater dieses Schicksal ertragen? Agmay weinte bitterlich. Plötzlich sah sie einen goldenen Halm im fließenden Wasser. Sie nahm ihn auf und entdeckte, dass er voller Körner war. Daraufhin vergrub Agmay die Körner im feuchten Boden nahe dem Wasser. Das Getreide keimte und wuchs. Als es reifte, trugen die Rispen goldene Körner. Agmay säte diese Körner wiederum aus. Ihr Vater half ihr dabei. Nachdem sie einige Jahre gepflanzt und geerntet hatten, füllte das Getreide ihre Hütte. Agmays Vater konnte all seine Schulden bezahlen und wurde ein freier Mann.

Aus Fastenopfer: Katechese-Set zu den Philippinen

Impulsfragen zur Geschichte:

  • In welcher Situation leben Agmay und ihr Vater? Warum sind Agmay und ihr Vater so arm?
  • Was findet Agmay eines Tages? Welche Chance ergibt sich plötzlich?
  • Wie schaffen sie und ihr Vater es, ihre Lebenssituation zu verbessern?
  • Wozu führen ihre Tatkraft und ihr Fleiß schließlich?
  • Glaubt ihr, dies ist nur ein Märchen oder gibt es solche Schicksale in Wirklichkeit auch?


Ähnlich wie Agmay leben viele Menschen auf den Philippinen heute noch in großer Armut. Auch sie brauchen einen „ goldenen Halm“, um aus der Armut heraus zu finden. In der letzten Stunde haben wir von drei Königen gehört, die einem armen Kind Geschenke gebracht haben. Die Könige wussten damals nicht, dass dieses Kind Gottes Sohn ist. Aber diese Erzählung sagt uns, dass wir in allen armen Menschen Jesus sehen sollen. Die Begegnung mit der Armut ist wie eine Begegnung mit Gott. Sie löst etwas in uns aus.

Was könnte das sein? Mitleid, den Wunsch zu helfen, etwas zu verändern, … und genau das tun heuer wieder viele Kinder. Sie verkleiden sich wie die Könige damals und gehen von Haus zu Haus und bitten um Spenden. Darum ist das Sternsingen so wichtig und wertvoll. Denn mit dem Geld werden Menschen unterstützt, die wie Agmay einen goldenen Halm brauchen, um aus der Abhängigkeit zu kommen und ihr Leben wieder selbst in die Hand nehmen zu können.

Vertiefung:

Als Zeichen dafür, dass Sternsingen wie ein goldener Halm aus der Geschichte mit Agmay sein kann, wollen wir nun dem Stern einen ganz besonderen Schweif anfertigen.
Jedes Kind bekommt einige Reiskörner in die Hand. Auf die Streifen kommt zuerst der Klebstoff und die Kinder streuen ihre Reiskörner darauf. So sieht der Schweif des Sterns aus, als ob er goldene Halme hätte. Der Stern bleibt im Klassenraum gut sichtbar hängen.

Abschluss:

Als Abschluss wird auf die kommende Sternsingeraktion hingewiesen und auf die Möglichkeit, dass die Kinder dabei mitmachen können. Eventuell erzählen Kinder, die schon Sternsingen waren, von ihren Erlebnissen. Außerdem können die „Sternsinger/innen-News“, der Kinderfolder zur Sternsingeraktion 2012 und/oder Infozettel der Pfarre, die zum Mitmachen einladen, ausgeteilt werden.

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Ziele:

  • Spielerisch die Erzählung der Weisen aus dem Morgenland miterleben;
  • Probleme und Lösungsmöglichkeiten zwischen Arm und Reich an Hand einer Geschichte kennen lernen;
  • Das Projektland und die Aufgaben der Sternsingeraktion kennen lernen;
  • Lust bekommen, bei einer Aktion der Sternsinger/innen mit zu machen.


Zielgruppe :
8-10 jährige Mädchen und Buben

Zeit:
Zwei Unterrichtseinheiten

Material: Für die erste Einheit: Ein großer Stern aus gelbem Papier
Für die zweite Einheit: Die Erzählung „Der goldene Halm“, Reiskörner und einzelne gelbe Papierstreifen für den Schweif des Sterns, Klebstoff

Thematische Anknüpfungspunkte zum Lehrplan: Christliches Brauchtum und Feste; Solidarität und Nächstenliebe.