Rohstoffe der Digitalisierung

Unbekannte Smartphone-Funktion: Ausbeutung!


Smartphones, Tablets und Co. haben unser Leben und unsere Herzen im Sturm erobert. Aber Achtung: hinter glänzenden Bildschirmen, exakten Gehäusekanten und polierten Metallflächen können sich gravierende Menschenrechtsverletzungen und ökologischer Raubbau verstecken. 

Eine Spur der Hi-Tech-Verwüstung…

Wer die Kehrseite seines Smartphones kennen lernen will, muss zu den Minen nach Bolivien, Kolumbien, in den Kongo oder nach China reisen. Dorthin, wo Arbeiter ohne Sicherheitsausrüstung in tiefe Schächte heruntersteigen, wo die Luft staubig und heiß ist, und wo Tageslicht und Frischluft fehlen. Wo Menschen ohne ausreichende Schutzbekleidung an Fließbänder in chinesische Fabriken stehen, zusammen mit tausenden anderen, bis zu 16 Stunden am Tag, für einen Lohn, der nicht zum Leben reicht. Und man wird, am Ende seiner Reise, auf einen riesigen Berg Elektroschrott stoßen, ein Gutteil davon illegal exportiert. Und wiederum Menschen, die – zum Beispiel in Ghana – ohne den nötigen Schutz arbeiten und Platinen abbrennen, um einen Teil der Schätze zu bergen, die im E-Müll stecken. Die wertvollen Rohstoffe in Europa industriell aus den Altgeräten zu holen, lohnt sich wirtschaftlich derzeit noch nicht… 

Das Geschäft mit Elektronikprodukten boomt. Bis 2020 werden weltweit vier Milliarden Menschen einen PC und fünf Milliarden Menschen ein Mobiltelefon besitzen. Der weltweite Gesamtumsatz wird auf über 2 Billionen Dollar geschätzt. Die fortschreitende Digitalisierung unserer Gesellschaft, wie sie uns vorhergesagt wird, wird immer mehr Rohstoffe brauchen: Die deutsche Rohstoffagentur DERA hat den zu erwartenden Rohstoffbedarf von 42 Zukunftstechnologien analysiert. Fazit: Der Bedarf an Lithium, Seltenen Erden, Tantal, Germanium usw. wird durch die Decke gehen. Und bei all diesen Stoffen liegt die Recyclingquote heute noch unter einem Prozent!

Boliven: Das Trinkwasser in Bergbaugebieten ist massiv mit Schwermetallen belastet.

Die Minen halten sich kaum an Umweltgesetze.

Auch im Kleinbergbau werden giftige Chemikalien eingesetzt.