UN Resolution schützt Rechte von Kleinbäuer/innen

Auf einer Straße befinden sich Traktoren und Männer, die mit Schildern demonstrieren

Rechte von Kleinbauern und Kleinbäuerinnen, Foto: Krasnyi/Brikci-Nigassa

Wichtiger Schritt im Kampf gegen die Agrarindustrie


Die UN-Generalversammlung hat am 17.12.2018 die UN-Deklaration über die Rechte von Kleinbäuer/innen mit überwältigender Mehrheit angenommen. Für die Dreikönigsaktion ist dies ein historischer Schritt zur Bekämpfung des weltweiten Hungers und gegen die Diskriminierung von Kleinbäuerinnen und –bauern weltweit. 

Ein historischer Schritt für Kleinbauern und -bäuerinnen weltweit

Die UN-Generalversammlung hat am 17.12.2018 die UN-Deklaration über die Rechte von Kleinbauern und -bäuerinnen mit überwältigender Mehrheit angenommen. Für die Dreikönigsaktion ist die Annahme der langjährigen Forderung nach einer Resolution ein historischer Schritt zur Bekämpfung des weltweiten Hungers. Mit der UN-Erklärung werden weltweit Kleinbauernfamilien besser gegenüber den Interessen großer Agrarkonzerne geschützt.

Die UN-Erklärung bündelt eine Vielzahl von Rechten: das Recht auf Land und andere natürliche Ressourcen; auf Saatgut und Biodiversität; auf Souveränität bei Entscheidungen über ihre wirtschaftlichen Ziele und Ernährungsweisen; auf Leben, Freiheit, Unversehrtheit, Arbeit und vieles mehr.

Regierungen gewähren den Interessen von Investoren häufig Vorrang gegenüber grundlegenden Menschenrechten kleinbäuerlicher Gemeinschaften. Mit der UN-Erklärung werden Kleinbauern und -bäuerinnen und ihre Gemeinschaften besser gegenüber den Interessen der Agrarkonzerne geschützt. Die Deklaration ist damit ein wichtiger Schritt, um die zunehmende Verdrängung von Kleinbauern und -bäuerinnen zu stoppen.

Bisherige Rechte nicht ausreichend

Bisherige Menschenrechtsinstrumente der internationalen Staatengemeinschaft oder freiwillige Richtlinien reichen nicht aus, um der sich verschärfenden Menschenrechtslage dieser Gruppen entgegenzuwirken. Die nun im Menschenrechtsrat angenommene UN-Deklaration bietet Bauern und Bäuerinnen eine Möglichkeit, sich besser gegen Menschenrechtsverletzungen zur Wehr zu setzen.

Sie wird die Aufmerksamkeit für bäuerliche Kulturen schärfen, landlosen Arbeiter/innen mehr Gehör verschaffen und hoffentlich die Gesetzgebung in vielen Ländern in ihrem Sinne beeinflussen.

Der Weg zur Umsetzung

Damit die Resolution ihre Wirkung entfalten kann braucht es weitere Schritte zu ihrer Umsetzung: Staaten sollten Gesetze und Programme schaffen, um die Rechte von Kleinbauern und -bäuerinnen umzusetzen, der Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen sollte einen Sonderberichterstatter beauftragen, die Umsetzung der Deklaration  einzufordern, und Geld zur Verfügung stellen, damit Betroffene in Gremien der Vereinten Nationen über ihre Situation berichten können. Institutionen wie die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen, der Welternährungsausschuss oder der Internationale Fonds für landwirtschaftliche Entwicklung sollten die Deklaration in ihren Programmen aufnehmen und kleinbäuerliche Landwirtschaft entsprechend unterstützen.

Kleinbauern und -bäuerinnen ernähren die Welt

Obwohl weltweit genug Lebensmittel produziert werden, sind Hunger und Unterernährung für Milliarden trauriger Alltag. Es ist also keine Frage von Produktionssteigerung. Es ist eine Frage der Gerechtigkeit, der Verteilung und der Art und Weise, wie Lebensmittel produziert werden. Industrielle Landwirtschaft, wie sie von der EU-Agrarpolitik gefördert wird, frisst Ressourcen und macht die Menschen abhängig. Abhängig von Saatgutfirmen, von Krediten und Lebensmittelkonzernen. Papst Franziskus spricht von einer ‘Kommerzialisierung' der Lebensmittel.

Überall auf der Welt führt dies dazu, dass Kleinbäuerinnen und -bauern ihre Höfe aufgeben müssen. Doch Kleinbäuerinnen und Kleinbauern sind das Rückgrat der Nahrungsmittelproduktion.  Ein großer Teil der weltweit produzierten Nahrungsmittel stammt aus kleinbäuerlicher Landwirtschaft. Durch große Vielfalt im Anbau und der Nutzung natürlicher Kreisläufe von Ökosystemen sind Kleinbauern und -bäuerinnen Bewahrer/innen der Umwelt und Biodiversität. Aufgrund ihrer intensiveren Arbeitskraft pro Fläche können sie produktiver sein als viele Monokulturen.

Jeder Mensch hat ein Recht auf gutes Essen! Eine ausreichende und gute Ernährung braucht Vielfalt vom Acker bis auf den Teller. Wir fordern eine Agrarpolitik, die nicht die Profite im Blick haben darf. Sie muss unsere Umwelt schützen, unser aller gesunde und vielfältige Ernährung gewährleisten und die Lebensgrundlagen unserer Bauern und Bäuerinnen bewahren.