Agrarökologie
Vielfalt vom Hof bis auf den Teller
Agrarökologie fördern – für gerechte und resiliente Ernährungssysteme.
Unsere derzeitigen Agrar- und Ernährungssysteme sind nicht zukunftsfähig: Sie verursachen einen erheblichen Teil der globalen Treibhausgasemissionen, tragen wesentlich zum weltweiten Verlust an Biodiversität bei und belasten Böden, Luft und Wasser. Gleichzeitig geraten sie durch die Folgen dieser Krisen zunehmend selbst unter Druck. Sie schaffen es nicht, Hunger und Mangelernährung in all ihren Formen zu beenden und verfestigen soziale Ungleichheit sowie den Verlust kultureller Ernährungspraktiken.
Angesichts dieser sich verschärfenden Krisen gewinnt Agrarökologie zunehmend an Bedeutung. Agrarökologie ist Wissenschaft, Praxis und soziale Bewegung zugleich und wird über 13 Prinzipien definiert –darunter Kreislaufwirtschaft, Boden- und Tiergesundheit, Biodiversität, Fairness, Vernetzung von Produzent*innen und Konsument*innen und Partizipation. Damit verbindet Agrarökologie ökologisches Wissen mit sozialer Gerechtigkeit, stärkt die Autonomie bäuerlicher Gemeinschaften und fördert demokratische Kontrolle über die Lebensmittelproduktion. Anders als punktuelle Lösungsansätze denkt Agrarökologie ökonomische, ökologische, gesundheitliche, soziale und kulturelle Dimensionen von Ernährungssystemen gemeinsam und stellt dabei die Menschen ins Zentrum, die Nahrungsmittel produzieren. Damit ist sie weit mehr als eine Anbaumethode: Sie ist ein zentraler Hebel zur Verwirklichung des Rechts auf Nahrung und bäuerlicher Rechte. Diese ganzheitliche Perspektive macht Agrarökologie für zahlreiche unserer Partnerorganisationen zu einem wichtigen Bezugsrahmen ihrer Arbeit.
Agrarökologie braucht mehr öffentliche Förderung
Trotz dieses Potenzials fließt bislang nur ein Bruchteil der öffentlichen Gelder im Landwirtschafts- und Klimabereich in agrarökologische Projekte. Es fehlt vielerorts an politischer Verankerung und an gezielter Finanzierung – ein Ungleichgewicht, das kleinbäuerliche Gemeinschaften und ihre Rechte weltweit schwächt.
Zukunft säen, Wandel finanzieren
Wir setzen uns dafür ein, dass Agrarökologie nicht nur lokal umgesetzt, sondern auch strukturell gefördert und finanziert wird. Gemeinsam mit unseren Partnerorganisationen bringen wir diese Forderungen und die Perspektiven kleinbäuerlicher Gemeinschaften in politische Prozesse ein – auf nationaler, europäischer und internationaler Ebene. Das reicht von der Unterstützung konkreter Gesetzesinitiativen in Partnerländern über die Advocacyarbeit gegenüber europäischen Institutionen bis zur Mitwirkung in internationalen Foren, die über die Zukunft der Landwirtschaftsfinanzierung mitentscheiden. Auch in Österreich bringen wir die Erfahrungen und Perspektiven unserer Partnerorganisationen im Globalen Süden in den politischen Dialog ein und setzen uns dafür ein, dass Agrarökologie in der österreichischen Außen- und Entwicklungspolitik stärker als Priorität verankert wird.
Mehr Informationen zur Agrarökologie
Studie: EU-Förderung von Agrarökologie in fünf afrikanischen Ländern auf dem Prüfstand
Eine gemeinsam mit anderen zivilgesellschaftlichen Organisationen beauftragte Studie untersucht, wie die EU Agrarökologie in Senegal, Burkina Faso, DR Kongo, Uganda und Kenia fördert.
