Über 230 Bischöfe weltweit fordern strengere Regeln für Konzerne

Weltweit fordern 233 Bischöfe aus 43 Ländern in einer gemeinsamen Erklärung Gesetze ein, die Unternehmen zur Achtung von Menschenrechten und der Umwelt verpflichten. Auch österreichische Bischöfe - allen voran Kardinal Schönborn - schließen sich dem Schreiben an.


Zum Weltgebetstag für die Bewahrung der Schöpfung hat Papst Franziskus am 1. September erklärt: „Es ist notwendig, die nationale und internationale Gesetzgebung zu stärken, so dass sie die Aktivitäten der Konzerne, die den Abbau von Bodenschätzen betreiben, reguliert und es den Geschädigten ermöglicht, den Rechtsweg zuverlässig zu beschreiten.“


Demgemäß appellieren die 233 Bischöfe aus aller Welt gemeinsam an die Staatenlenker/innen, sich durch strengere gesetzliche Regeln gegen Ausbeutung und Umweltzerstörung aktiv zu werden: „Durch wirksame Gesetze sollten sie Unternehmen in allen Branchen menschenrechtliche und ökologische Sorgfaltspflichten auferlegen und gleichzeitig Betroffenen von Menschenrechts¬verletzungen einen besseren Zugang zu Gerichten gewähren, damit sie Schadensverursacher zur Rechenschaft ziehen können“.


Aus Österreich tragen Erzbischof Kardinal Schönborn (Wien), die Diözesanbischöfe Glettler (Innsbruck), Krautwaschl (Graz-Seckau), Zifkovics (Eisenstadt), Marketz (Gurk-Klagenfurt) sowie Weihbischof Turnovsky (Wien) und Bischof Freistetter als Referatsbischof für Mission und Entwicklung die Erklärung mit.


Chancen zum Aktivwerden im Sinne des Appells gäbe es genug: Von 26. bis 30. Oktober tagt in Genf zum sechsten Mal die zwischenstaatliche UN-Arbeitsgruppe über ein rechtsverbindliches Abkommen zu Wirtschaft und Menschenrechte; der österreichische Nationalrat muss heuer noch die österreichische Umsetzung der EU-Konfliktmineralienverordnung beschließen und mit dem Sozialverantwortungsgesetz liegt dem österreichischen Parlament ein Vorschlag zur aktiven Vermeidung von Kinder- und Zwangsarbeit in der Bekleidungsindustrie vor.


„Wir hoffen, dass dieses lautstarke Signal auch in Österreich auf offene Ohren trifft! Wir appellieren an die Bundesregierung, konstruktiv zu bereits auf UN-, EU- und nationaler Ebene laufenden Prozesse beizutragen und mittelfristig ein umfassendes Sorgfaltspflichtengesetz auf den Weg zu bringen. Dies wäre sehr wirkungsvoll, um die hässlichsten Auswüchse der Globalisierung, etwa ausbeuterische Kinderarbeit, aktiv anzugehen“, so Herbert Wasserbauer von der Dreikönigsaktion der Katholischen Jungschar.